Schikanen

Silks

Schikanen

Autor Dick Francis, Felix Francis Genre Roman
Verlag Diogenes
ISBN 978-3-257-06744-6
Übersetzung Malte Krutzsch Erscheinungsdatum (D) April 2010   
Erschienen 2008  Seiten 423

Inhalt

Geoffrey Mason ist Anwalt und zugleich begeisterter Amateurjockey im Pferdehindernislauf. Der Prozess um seinen derzeitigen Mandanten, Julian Trent, hindert ihn daran, am diesjährigen Amateurrennen in Cheltenham teilnehmen zu können, worüber er mehr als verärgert ist, hat er doch berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg gehegt. Julian Trent wird schuldig gesprochen. Allerdings ist Mason eher erleichtert über seine Niederlage, denn eigentlich ist auch er der Überzeugung, dass dieser Mann hinter Gitter gehört. Erleichtert kann Mason sich wieder seinem Hobby zuwenden, doch ausgerechnet dort geschieht ein Mord und der Hauptverdächtige will unbedingt von ihm persönlich vertreten werden. Mason glaubt dem Angeklagten, dass diesem der Mord untergeschoben werden soll. Diese Annahme erhärtet sich noch, als der Anwalt persönlich unter Druck gesetzt und bedroht wird. Die Botschaft lautet: Nimm die Verteidigung an und verliere. Kein geringerer als Julian Trent, der zwischenzeitlich durch eine windige Berufungsklage wieder auf freiem Fuß ist, hat dabei äußerst „schlagkräftige“ Argumente.

Nun stellt sich für Mason immer mehr die Frage, wie das alles zusammen hängt und trotz der Angst und der Bedrohung lässt er sich nicht unterkriegen, rollt den Fall noch mal ganz von vorne auf und stößt dabei auf neue Erkenntnisse. Doch - wird ihm der juristische Schachzug, den er vor hat, wirklich gelingen?

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 4 von 5 Bs „Schikanen“ ist das gemeinsame Produkt von Dick und Felix Francis, Vater und Sohn. Dick Francis selbst hat schon unzählige Bücher geschrieben, mit seinem Sohn ist dies das zweite, ein drittes ist in Deutschland noch nicht veröffentlicht. Zwischenzeitlich ist Dick Francis im hohen Alter von 90 Jahren verstorben, so dass dieses Autorenduo keine weiteren Bücher mehr auf den Markt bringen wird. Das ist schade, denn bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um solide Schreibarbeit. Zum einen fließen interessante Fakten über den Pferderennsport in das Buch mit ein, war doch Dick Francis selbst - bis zu einem verheerenden Unfall 1957 - Jockey und ritt sogar ein Pferd der Queen Mum. Zum anderen ist die Handlung schlüssig und spannend und führt zu einem ausgeklügelten Schluss, den auch der Leser erst im Laufe der entscheidenden Gerichtsverhandlung erfährt.

Dieses Buch ist einfach schön zu lesen. Der Verlag Diogenes versteht es anscheinend nicht nur, die Bücher jeweils mit einem ansprechenden und homogenen Cover zu versehen, sondern hat auch ein sicheres Händchen für gute Bücher. Natürlich ist dieser Roman ein Roman und kein Thriller mit atemberaubendem Tempo und haarsträubenden Handlungen, er beinhaltet vielmehr ein gut recherchiertes, solide aufgebautes und liebevoll gezeichnetes Szenario, das dem Leser an keiner Stelle langweilig wird und das mal wieder zeigt, dass ein Buch auch ohne Horrorszenen sehr ansprechend sein kann. Zu dem guten Eindruck hat mit Sicherheit auch die saubere und gekonnte Arbeit des Übersetzers beigetragen.

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