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Wenn die Dämmerung naht
Friend of the Devil
|
Autor
Peter Robinson
Genre Krimi
Verlag Ullstein ISBN 9-783-55008-658-8 Übersetzung Andrea Fischer Erscheinungsjahr 2007 Erscheinungsjahr (De) Februar 2010 Seiten 464 |
Inhalt
Die Ermittler Annie Cabbot und Alan Banks haben es mit zwei verschiedenen Tatorten zu tun. Der Mord, den Annie zu klären hat, wird an einer gelähmten Frau, die im Rollstuhl sitzt, ohne sich im Geringsten wehren zu können, begangen. Banks wiederum ermittelt in einem Mord mit vorheriger Vergewaltigung an einer jungen Frau.
Beide Morde scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Somit beschränken sich die Ermittlungen der beiden zuerst auf den jeweiligen Schauplatz des Geschehens. Annie versucht herauszufinden, was es für einen Grund gegeben haben mag, dass jemand einer solch wehrlosen Frau, die schon seit mehreren Jahren noch nicht einmal ansprechbar ist, die Kehle durchschneidet und sie dann in ihrem Gefährt an der Küste stehen lässt. Die ganze Sache scheint vorerst ziemlich undurchsichtig, wird aber richtig interessant, als Annie die wahre Identität des Opfers herausfindet. Von nun an gestalten sich die Ermittlungen ganz anders und kommen richtig in Fahrt. Alan wiederum tappt mit seinem Fall absolut im Dunkeln. Alle Verdächtigen haben hieb- und stichfeste Alibis, die Überwachungskameras der Mordgegend geben nichts her und Zeugen gibt es nicht. Kurzfristig glaubt man dann doch, einen Verdächtigen zu haben, das zerschlägt sich jedoch auch wieder schnell. Dann aber gibt es eine Wendung. Durch Annies Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Fälle doch in irgendeinem Zusammenhang stehen und fortan ermitteln die beiden wieder zusammen.
Buchkritik von Angelika Koch
Zuerst muss hier mal wieder die durchaus berechtigte Frage gestellt werden, wie man auf den Titel des Buches kam? „Wenn die Dämmerung naht“ – man kann wirklich lesen so viel man will, es naht keine Dämmerung. Aber anscheinend ist der Fantasie bei der Übersetzung von Buchtiteln keine Grenze gesetzt.
Wie auch immer, das Buch selbst haut den Leser auch nicht vom Hocker. Es fängt lasch an, startet in der Mitte wenigstens etwas durch und hört lasch auf. Es ist immer wieder besonders enttäuschend, wenn man als Leser an ein Buch gefesselt wird, weil es durchaus gut geschrieben ist und weil man dann die berechtigte Hoffnung auf ein spektakuläres Ende hat, dieses aber nicht bekommt.
Der Anfang ist gut geschrieben, aber nicht unbedingt mitreißend, dann wird die ganze Geschichte richtig gut, der Autor schreibt schlüssig, spannend und lässt seine Protagonisten aufleben. Man fängt an, Gefallen an dem Plot zu finden und erwartet in großer Neugier das Ende. Wie sich dann aber die Ermittlungen in beiden Mordfällen auflösen, ist gähnend langweilig. Und das ist mehr als schade. Der Autor hätte daraus mehr machen können, einfach noch ein bisschen mehr Spannung zum Ende, denn selbst das Unerwartete, was da noch geschieht, ist langweilig dargestellt. Zum guten Schluss hat man das Gefühl, man habe einfach ein Buch gelesen, das einen - wie eine anfangs gute Beziehung - am Ende doch enttäuscht hat. Das ist nicht gerade das, was ein Leser haben möchte.

