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Kommende Buchkritiken
Das Wittgensteinprogramm
A Philosophical Investigation
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Autor
Philip Kerr
Genre Thriller
Verlag rororo ISBN 978-3-499-25312-6 Übersetzung Peter Weber-Schäfer Erscheinungsdatum (D) 1994 Erschienen 1992 Seiten 412 |
Inhalt
London im Jahre 2013. Serienmorde sind nahezu an der Tagesordnung. Vor Jahren wurde ein Programm entwickelt, das sogenannte Lombrosoprogramm, das es möglich macht, Menschen von vornherein auf gewisse Merkmale zu testen, die aussagekräftig dafür sind, ob jemand die Neigung zu Gewalttaten hat oder nicht. England geht sozusagen als Testland für dieses Programm an den Start. Bisher sind mehr als 4 Millionen Männer überprüft worden und dabei wurden 120 Männer als gefährdet erkannt. Diese Männer werden, soweit sie damit einverstanden sind, einer Art prophylaktischen Therapie unterzogen, um damit eventuell einem Ausbruch des Aggressionspotentials vorzubeugen.
Dann aber fängt eine Reihe von Morden an, die genau an diesen Männern verübt werden. Was dabei besonders prekär ist, ist der Umstand, dass es überhaupt jemand geschafft hat, sich in dieses Regierungsprogramm einzuhacken. Jake Jakowicz versucht verzweifelt mit Hilfe des Computerspezialisten Chung und des Philosophieprofessors Lang, ein Täterprofil zu erstellen. Stück für Stück kommt sie vorwärts und entdeckt recht bald, dass der Täter selbst ein Teil des Programms ist und sich wohl berufen fühlt, die Welt vor diesen potentiellen Mördern zu schützen. Sein Deckname in diesem Programm ist „Wittgenstein“ und er betrachtet sich somit als eine Art Mörder mit philosophischen Motiven. Jake muss nun so schnell wie möglich die Identität des Mörders ausfindig machen, um die Mordserie zu beenden.
Buchkritik von Angelika Koch
Das passende Wort, was dem Leser bestenfalls für dieses Buch in den Sinn kommen kann, ist „mühsam“. Auf der einen Seite wird die Geschichte der Polizeibeamtin Jake erzählt, die versucht, sich in einer immer noch von Männern besetzten Ermittlungswelt durchzusetzen und dabei gegen ihre eigenen Aversionen ankämpfen muss, und auf der anderen Seite erfährt der Leser die „philosophischen“ Gedanken des Mörders. Diese sind immer kursiv gedruckt und wenn man auf diese Seiten kommt, ist es angebracht, tief Luft zu holen, um die Gedankenergüsse Wittgensteins durchzuackern.
Die Geschichte selbst wirkt sehr konstruiert, genau wie die vom Autor damals erdachten „Zukunftsvisionen“ und genau wie die Protagonisten selbst. Dieses Buch ist ausgezeichnet mit dem „Kritikerpreis für den besten internationalen Kriminalroman“. Gut. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden, so dass man diese Auszeichnung als Durchschnittsleser wohl nicht verstehen muss.
Philosophische Gedanken zu einer Mordserie mögen ja ganz attraktiv wirken, werden sie dann aber in dieser Art umgesetzt, sind sie eben einfach nur „mühsam“. Manche Satzgebilde haben Inhalte, die wahrscheinlich nur wirklich – zumindest angeblich – „gebildete“ Menschen verstehen können, Nicht-Philosophen hingegen dürfte das Verständnis hierfür oftmals fehlen. Wären dann die Protagonisten und/oder der Plot selbst auch nur annähernd spannend oder zumindest interessant, wäre das ja auch noch zu verzeihen. Aber da dies auch nicht der Fall ist, ist dieses Buch im Endeffekt ein einziger Flop.
Wissenswertes
Das Buch wurde mit dem „Kritikerpreis für den besten internationalen Kriminalroman“ ausgezeichnet.
