Eis-Engel

Lumienkelit

Eis-Engel

Autor James Thompson Genre Thriller
Verlag rororo
ISBN 978-3-499-25280-8
Übersetzung Thomas Merk Erscheinungsdatum (D) Januar 2010   
Erschienen 2009  Seiten 320

Inhalt

In einem Skiort nördlich des Polarkreises, wo zu dieser Zeit die ewige Nacht herrscht, wird ein grausamer Mord an einer jungen B-Movie Schauspielerin aus Somalia begangen. Selbst Inspektor Kari Vaara ist mehr als geschockt, als er sieht, mit welcher Brutalität dieser Mord durchgeführt wurde. Er übernimmt den Fall und fängt mit umfangreichen Ermittlungen an. Die ersten Spuren führen ihn zum Partner seiner Exfrau, Seppo. Schnell ist Kari Vaara persönlich in diesen Fall verstrickt, denn seine Exfrau unterstellt ihm einen Rachefeldzug gegen sie.

Doch Vaara lässt sich nicht beirren. Er ist der felsenfesten Überzeugung, dass Seppo der Mörder ist und möchte das auch unbedingt so beweisen. Doch im Laufe der Ermittlungen ergeben sich neue Aspekte. Zum einen schien die junge Schauspielerin die reinste Hure gewesen zu sein, die es mit jedem, der ihr über den Weg lief, getrieben hat, was dafür sorgt, dass sich die Zahl der Verdächtigten erhöht, zum anderen weist der Fall eindeutige Parallelen mit einem lang zurück liegenden Mord in Amerika auf, der Fall der „Schwarzen Dahlie“. Und dann begeht auch noch der Sohn seines Kollegen Selbstmord und es gibt bald erdrückende Hinweise darauf, dass dieser mit dem Mord zu tun hatte.

Vaaras Ehefrau Kate, eine Amerikanerin, die sich nur langsam an das Leben in Finnland gewöhnen kann und nun mit Zwillingen schwanger ist, warnt ihn davor, diesen Fall weiterhin zu bearbeiten, da er persönlich involviert sei und der Fall Ausmaße annimmt, die er alleine nicht mehr bewältigen könne, doch Vaara bleibt stur. Kate warnt ihn davor, dass das noch ein böses Ende nehmen wird. So ganz Unrecht hat sie damit nicht …..

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 4 von 5 Bs Dieses Buch bekommt eine recht gute Bewertung, aber trotzdem müssen ein paar Dinge kritisiert werden. Der Autor schreibt in der Tat sehr gut, schlüssig, spannend – auch bis zum Schluss bleibt das Ende unerwartet, der Schreibstil ist angenehm zu lesen, nicht platt. Die Geschichte nimmt den Leser mit und die Protagonisten sind gut beschrieben, so dass man beim Lesen das hat was man will, nämlich, sich in eine Geschichte komplett vertiefen zu können und die Welt draußen zu lassen.

Soviel zu den positiven Aspekten, die diese Bewertung durchaus rechtfertigen. Die negativen sind die folgenden: zum einen hat der Leser bei Beendigung des Buches unweigerlich den Eindruck, dass so gut wie alle Finnen alkoholabhängig und / oder selbstmordgefährdet sind. Das ist natürlich schon etwas fraglich. Wohl ist bekannt, dass die Selbstmordrate und die Alkoholkranken in den skandinavischen Ländern sehr hoch sind, dies schon alleine aufgrund der Tatsache, dass man monatelang kein Sonnenlicht zu sehen bekommt. Aber so wie es der Autor beschreibt, scheint es doch etwas übertrieben. Liebhaber der skandinavischen Länder werden da leider ein wenig „ent-romantisiert“. Allerdings muss dann wiederum gesagt werden, dass der Autor ein Amerikaner ist, der tatsächlich in Finnland mit einer finnischen Frau lebt – also gerade anders herum, als es bei den Protagonisten in diesem Buch ist – so dass man dann doch geneigt sein kann, seinen Schilderungen zu glauben. Auf jeden Fall aber trägt dieser Umstand dazu bei, dass das Buch ansonsten sehr glaubhaft wirkt.

Zum anderen aber bedient sich der Autor teilweise eines viel zu oft wiederholten Vokabulars, das – gelinde ausgedrückt – nicht jugendfrei ist. Es stellt sich hier die Frage – und die bleibt auch im Raum stehen, ob das eigentlich unbedingt sein musste. Dies wäre also kein Buch, was man bedenkenlos ausleihen oder verschenken kann, denn das muss der Leser schon ertragen können und das ist nicht jedermanns Sache. Für die aber, die damit keine Probleme haben, ist das Buch wirklich empfehlenswert und man darf durchaus gespannt sein auf weitere Bücher des Autors.

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