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Atmosphärische Störungen
Atmospheric Disturbances
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Autor
Rivka Galchen
Genre Roman
Verlag Rowohlt ISBN 978-3-498-02512-0 Übersetzung Grete Osterwald Erscheinungsdatum (D) 12.03.10 Erschienen 2008 Seiten 320 |
Inhalt
Er ist Psychiater und plötzlich spielt seine Welt verrückt: Dr. Leo Liebenstein glaubt und ist der festen Überzeugung, dass seine geliebte Frau Rema über Nacht durch eine andere Frau ausgetauscht worden ist. Obwohl die neue Frau seiner alten Frau äußerlich sehr ähnelt und auch ansonsten erschreckend viele Gemeinsamkeiten festzustellen sind, ist er der Meinung, es mit einer Doppelgängerin zu tun zu haben. Schnell zählt er eins und eins zusammen, resümiert aus den Ereignissen der vergangenen Zeit, dass er und seine richtige Frau tragische Opfer einer Verschwörung zur Manipulation des Wetters geworden sind. Also begibt sich Dr. Leo Liebenstein auf die Suche nach der echten Rema und damit auf eine abenteuerliche Reise, die ihn in die verrücktesten Ecken seines Gehirnes führt.
Buchkritik von Kathrin Lang
Rivka Galchens Roman „Atmosphärische Störungen“ mauserte sich in den USA zu einem der erfolgreichsten Debüts des Jahres. Nicht grundlos: Galchens absurde Erzählung über einen Mann, der glaubt seine Frau sei über Nacht durch eine andere ausgetauscht worden, besticht durch seine wahnwitzigen, gar verrückten Ideen und durch einen Erzählfluss der fernab, in irgendeinem Paralleluniversum, angesiedelt zu sein scheint. Man muss wohl selbst ein wenig verrückt sein, um den wahren Kern von „Atmosphärische Störungen“ tatsächlich begreifen und vollends verinnerlichen zu können. Immer wieder schweift die Autorin in absurde Gedankenkonstrukte ab, die - losgelöst von jeglicher alltäglichen Realität – nicht immer sofortigen Sinn ergeben. Doch dadurch lebt „Atmosphärische Störungen“ und dadurch fügen sich Galchens Zeilen zu einem Roman, der sich mit erschreckend klarer Sicht einer verstörenden Krankheit widmet. Die ureigensten Fragen des Seins, des Ichs, der menschlichen Identität und der Gefühle der Liebe werden von Rivka Galchen beleuchtet und intensiv durchdrungen. Das ist anstrengend, immer wieder und dabei doch ungemein spannend. Durch raffinierte Wendungen und durch Gedankengänge, die von vielen Logiken losgelöst sind, fordert Glachen ihren Leser heraus; bis er selbst irgendwann Teil der absurden Welt der „atmosphärischen Störungen“ wird.

