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Der Hochstapler
The Pretender
|
Autor
David Belbin
Genre Roman
Verlag Kindler ISBN 978-3-463-40580-3 Übersetzung Martina Tichy Erscheinungsjahr (De) März 2010 Seiten 288 |
Inhalt
Bereits als Schulkind hat Mark sein Talent für das Fälschen großer literarischer Werke entdeckt. Als Hausaufgabe hat er den Auftrag bekommen, eine Erzählung von Dickens weiterzuschreiben. Dies gelang ihm so dermaßen gut, dass der Lehrer glaubte, Mark habe betrogen. Als seine Begabung schon fast in Vergessenheit geraten ist, kommt sie einige Jahre später in Paris wieder zum Vorschein. Er ahmt eine Geschichte von Ernest Hemingway nach, die anschließend sogar als echter Hemingway veröffentlicht wird. Als er wieder nach London zurückkehrt, wird er von dieser Geschichte weiter verfolgt. Dennoch kann er es nicht lassen, sein Talent walten zu lassen. Als Aushilfe arbeitet er bei einer renommierten, aber finanziell ruinierten britischen Literaturzeitschrift. Um zu verhindern, dass der Druck der Zeitschrift eingestellt wird, sorgt er durch sein Talent für steigende Verkaufszahlen. Doch wie lange kann der Betrug unentdeckt bleiben?
Buchkritik von Kathrin Lang
Mit „Der Hochstapler“ schickt Autor David Belbin auf eine Reise tief in die Welt der britischen Literatur. Dabei verwebt er geschickt Fakt mit Fiktion. Mal bedient er sich ganz offensichtlich bei großen britischen Schriftstellern wie Graham Greene oder bei amerikanischen Autoren wie Ernest Hemingway – mal verschiebt er die Fakten in Richtung Fiktion und erzählt seine ganz eigene Variante der Literaturgeschichte. Nicht immer ist klar, was nun faktisch richtig ist und was nicht. Obwohl Belbin sein Realitätsgemisch sehr spannend gestaltet, stört dieses Spiel immer wieder auch den Erzählfluss. Wer sich mit der hier vorgenommenen Literaturszene nicht auskennt, verliert häufig den Reiz an der Geschichte. Dennoch ist es Belbin gelungen, eine interessante Geschichte niederzuschreiben. Vor allem aus seinem Protagonisten, dem Literaturfälscher Mark, schöpft „Der Hochstapler“ seine besten Spannungsmomente. Immer wieder ist es faszinierend zu verfolgen, wie David Belbin die Fälschertalente seines Protagonisten in Szene setzt. Die Randerzählungen rund um diese Geschichte sind allerdings nur wenig fesselnd. Immer wieder werden Übergänge mit langweiligen Erzählungen über Freunde, Bekannte und Verwandte eingeschoben, die vom Hauptplot ablenken und die Geschichte unnötig in die Länge ziehen.
Alles in allem ist David Belbin nur ein durchschnittlicher Roman gelungen. „Der Hochstapler“ konzentriert sich nicht genug auf seine Stärken und verliert sich dadurch immer wieder in langatmigen Passagen.


