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Zeit der Gespenster
Second Glance
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Autor
Jodi Picoult
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-05400-3 Übersetzung Ulrike Wasel , Klaus Timmermann Erscheinungsdatum (D) März 2010 Erschienen 2003 Seiten 464 |
Inhalt
Seit Ross Wakeman seine geliebte Frau Aimee bei einem tragischen Autounfall verlor, sieht er in seinem Leben keine Sinn mehr. Sein größter Wunsch ist es, wieder mit Aimee zusammen sein zu können, doch es ist ihm einfach nicht vergönnt, zu sterben. Sämtliche Versuche, sich das Leben zu nehmen, scheinen von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Aus diesem Grund orientiert sich Ross nun immer mehr an den Toten, denn mit der Hilfe derer Geister hofft er, doch noch Kontakt mit Aimee aufnehmen zu können. Ross’ Gabe, Geister zu sehen, spricht sich in dem kleinen, neuenglischen Ort Comtosook immer weiter herum, und eines Tages wird er von Spencer Pike um Hilfe gebeten. Der alte Mann möchte auf seinem alten Grundstück ein Bauprojekt realisieren, doch Gerüchte behaupten, dass es dort einen Indianerfriedhof gäbe. Die Bewohner von Comtosook argwöhnen nun, dass die seltsamen Geschehnisse in der Stadt etwas mit diesem Bauprojekt zu tun haben könnten.
Spencer Pike ahnt allerdings nicht, dass seine eigene befleckte Vergangenheit sehr viel mit den Ereignissen in der Gegenwart zu tun hat…
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Zeit der Gespenster“ ist ein unglaublich vielschichtiger und zutiefst berührender Roman, mit dem Jodi Picoult erneut beweist, dass sie zu den ganz großen und außergewöhnlichen Romanciers unserer Zeit zählt. Sie breitet vor dem Leser eine ungewöhnliche Geschichte aus, die zugleich von der verzehrenden Macht der Leidenschaft und der großen Kraft unvergänglicher Liebe erzählt. Auch wenn es zunächst nicht ganz einfach ist, den verschiedenen Erzählsträngen und vielfältigen Charakteren zu folgen, lohnt es sich dennoch, dieser zu Anfang etwas seltsam anmutenden Geschichte eine Chance zu geben. Denn Picoult verbindet gekonnt dramatische Ereignisse aus der Vergangenheit mit einer raffiniert konstruierten Gespenstergeschichte in der Gegenwart. Hier vermischen sich indianische Legenden und alter Geisterglauben und das auf äußerst hohem Niveau. Es sind die Geister der Vergangenheit und deren Macht über unser aller Leben, die das Hauptthema dieses Romans ausmachen.
Schaurig schön und tieftraurig zugleich erzählt „Zeit der Gespenster“ die Geschichte mehrerer Menschen, die ihre große Liebe nicht loslassen können, deren Leidenschaft die Zeiten überdauert. Dabei bleibt dieser Roman dennoch immer sehr real, hat man nicht das Gefühl, in esoterische Gefilde entführt zu werden. Zwei tragische Todesfälle bilden den roten Faden der Geschichte, die aber noch so viel mehr zu erzählen hat. Es geht ebenso um das bis heute eher unbekannte Eugenik-Projekt, das Vermont in den 1920er- und 30er Jahren verfolgte, wie um die Frage, inwieweit die heutige Stammzellenforschung ethisch zu vertreten ist. „Zeit der Gespenster“ ist ein grandioser Roman, der viele Fragen im Leser aufwirft und ihn am Ende einfach nicht mehr so recht loslassen will.
Wissenswertes
Mit einem Interview mit Jodi Picoult zu "Zeit der Gespenster".
