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Wie ein Mord geschieht
This is How
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Autor
M. J. Hyland
Genre Roman
Verlag Piper ISBN 978-3-492-05345-7 Übersetzung Ingo Herzke Erscheinungsjahr 2009 Erscheinungsjahr (De) Februar 2010 Seiten 394 |
Inhalt
Nachdem er von seiner Verlobten Sarah ziemlich plötzlich verlassen wurde, zieht Patrick in einen kleinen Küstenort, um dort noch mal von vorne anzufangen. Er findet Arbeit als Automechaniker in einer Werkstatt und zieht in der Pension der attraktiven Witwe Bridget ein. Noch zwei andere Männer wohnen bei Bridget und vor allem Ian, der im Zimmer neben ihm wohnt, beschäftigt Patrick. Einerseits wäre er gerne mit dem jungen Mann befreundet, andererseits fühlt er sich durch dessen Londoner Akzent gestört und kann es ganz und gar nicht billigen, dass der charmante Ian sich an Bridget heranmacht. Immer wieder überkommt Patrick ein unerklärlicher Zorn und seine innere Anspannung scheint ihm manchmal beinahe den Atem abzuschnüren.
Auch das Techtelmechtel mit der Kellnerin eines Cafés, in das Patrick nun regelmäßig geht, verläuft nicht ganz so, wie er sich das wünscht. Manchmal wirkt es fast so, als wäre es ihm unmöglich, mit anderen Menschen zusammenzuleben. Auch als seine besorgte Mutter ihn besuchen kommt, reagiert Patrick ziemlich unwirsch. Als er eines Tages einen Hammer aus seinem wohl gehüteten Werkzeugkoffer vermisst, beschleicht ihn sofort der Verdacht, dass Ian ihm das Werkzeug entwendet hat. Ohne zu überlegen geht Patrick nachts in Ians Zimmer und schlägt ihm mit einem schweren Schraubenschlüssel auf die Schläfe. Mit den Folgen dieser Tat kann Patrick kaum klarkommen.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Was ist normal? Wo hört die Selbstkontrolle auf? Wann ist ein Mensch nicht mehr Herr seines Willens? Diese beunruhigenden Fragen stellt M. J. Hyland in diesem Roman, indem er uns seinen Protagonisten Patrick vorstellt. Ein scheinbar durchschnittlicher und freundlicher junger Mann, den alle als sympathisch und angenehm beschreiben würden. Und doch wird dieser Patrick, ohne dass er selbst so recht versteht warum, zum Verbrecher. Ganz nebenbei und fast mühelos geschieht hier ein Mord, der offensichtlich so nicht geplant war und doch das Leben eines Menschen gekostet hat. Ein Mann gerät auf die schiefe Bahn und muss nun die Rechnung dafür bezahlen. Vor allem Patricks Fassungslosigkeit angesichts der Schwere der Strafe ist es, die dieses Buch so beeindruckend macht. Auf einfühlsame Art und Weise schildert Hyland das, was sich zwischen Schwarz und Weiß bewegt. Die Grauzone ist es, mit der sich „Wie ein Mord geschieht“ beschäftigt und die daraus resultierende Frage, wie eine gerechte Strafe tatsächlich aussehen kann, ob sie überhaupt möglich ist.
Gleichzeitig ist „Wie ein Mord geschieht“ eine Charakter- und Milieustudie, die durch und durch beeindruckt. Hylands Schilderungen von Patricks Gefängnisstrafe lässt einen Schauer den Rücken herunter laufen. Voller Mitgefühl liest man von angedrohten Prügelstrafen und Vergewaltigungen und brutalen Mithäftlingen. Mehr als einmal stellt man sich hier die Frage nach Schuld und Sühne. „Wie ein Mord geschieht“ ist das einfühlsame und packende Porträt eines Mannes, der von einer Sekunde zur nächsten zum Mörder wird, eines Mannes, der aber trotz allem ein Mensch bleibt.

