Melodie der Meerjungfrauen

The Undrowned Child

Melodie der Meerjungfrauen

Autor Michelle Lovric Genre Jugendbuch
Verlag Loewe
ISBN 978-3-7855-6870-5
Übersetzung Barbara Abedi Erscheinungsdatum (D) Januar 2010   
Erschienen 2009  Seiten 512

Inhalt

Als Teodora 1899 endlich mit ihren Eltern nach Venedig reisen kann, wird ein Traum für sie wahr. Schon lange hatte sie sich gewünscht, die von Wasser umgebene Stadt besuchen zu dürfen. Doch der Grund für die jetzige Reise ist alles andere als erfreulich. Teos Eltern sind Wissenschaftler und wurden nach Venedig eingeladen, um ein trauriges Phänomen zu untersuchen - die Stadt droht, vom Meer verschluckt zu werden. Zu diesen Zeitpunkt ahnt das Mädchen noch nicht, dass weitaus mehr dahinter steckt, als der steigende Wasserspiegel, denn äußerst seltsame Vorkommnisse ereignen sich im einst so schönen Venedig – aus den Brunnen schießen heiße Wasserfontänen, Haie schwimmen in den Kanälen und immer mehr Kinder werden vom Fieber dahingerafft. Doch dann fällt ihr ein magisches Buch namens „Der Schlüssel zur geheimen Stadt“ in die Hände und langsam wird Teo klar, wie sehr sie wirklich mit Venedig verbunden ist und dass die Gefahr viel größer ist als bisher angenommen...

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 2 von 5 Bs Michelle Lovric erzählt in ihrem ersten Jugendbuch die Geschichte eines magischen Venedig, das es vor bösen Mächten zu retten gilt. Merkt man der Autorin ihre Leidenschaft für die Stadt der Gondeln und Kanäle auf jeder Seite an, schafft sie dennoch nicht, zu überzeugen.

Die Magie, die diese Geschichte ausmacht, will nicht recht zum Leser durchdringen, verzaubert nur zu Beginn und flacht dann soweit ab, dass „Melodie der Meerjungfrauen“ kaum noch zu fesseln vermag. Lovric füllt die fantastische Story mit historischen Informationen zu Venedig, doch wo der Leser Spannung und gute Fantasy-Elemente erwartet, wirkt vieles zu einfach und oberflächlich, mangelt es an Tiefe und Struktur. Selbst der zeitliche Rahmen – das Ende des 19. Jahrhunderts - kommt nicht zur Geltung und wird kaum in das Erzählte eingebunden. So befindet man sich in einem luftleeren Venedig der Magie, das zu undurchdacht wirkt und daher nicht in der Lage ist, den Hintergrund für eine opulente Geschichte zu bilden. Obwohl doch die wenig typischen Meerjungfrauen, die wie Seemänner fluchen und auch sonst kaum etwas mit den herkömmlichen Wasserschönheiten gemein haben, amüsant sind und dem Handlungsverlauf etwas Abwechslung verleihen, wirken andere Figuren nicht wie Auserwählte, die die Stadt retten sollen, sondern eher wie bedeutungslose Statisten. So können auch die Gruselszenen, die Kinder fressende Kannibalen und gehäutete Märtyrer offenbaren, das Erzählte nicht verbessern, sondern werfen nur die Frage auf, wie solche schauderhaften Ausführungen zu einem fantastischen Jugendbuch passen.

Michelle Lovric hat das Potenzial, das in „Melodie der Meerjungfrauen“ sicherlich schlummert, nur unzureichend genutzt und ein Jugendbuch verfasst, das nur wenig zur Unterhaltung beiträgt.

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