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Als Durante kam
Durante
|
Autor
Andrea De Carlo
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 978-3-257-06743-9 Übersetzung Maja Pflug Erscheinungsjahr 2008 Erscheinungsjahr (De) April 2010 Seiten 468 |
Inhalt
Astrid und Pietro führen ein beschauliches Leben in den Hügeln östlich des Apennins. Sie leben zusammen in ihrem gemeinsamen Haus, weben Stoffe von Hand und verkaufen sie an Privatkunden und kleine Geschäfte. Die beiden leben ihren Traum von einem einfachen Leben ohne viel Luxus. Mitten hinein in diese Beschaulichkeit platzt eines Tages wie aus heiterem Himmel ein Fremder. Ganz selbstverständlich steht er vor der Tür der beiden und darf ihren Hund Oscar, der sonst jeden anbellt, streicheln. Astrid ist von Durante sofort wie verzaubert, während er bei Pietro tiefen Argwohn auslöst. Bereits schon das Auftauchen dieses seltsamen Fremden reicht aus, um das Paar zutiefst zu verstören.
Durante fragt Astrid und Pietro nach dem Weg zu einem benachbarten Hof. Schnell verbreitet sich die Nachricht von Durantes Auftauchen unter den Bewohnern des Val del Poggio. Er wird als Reitlehrer eingestellt und löst bei sämtlichen Frauen große Verzückung aus – die männlichen Bewohner hingegen sind zutiefst irritiert von diesem Fremden, den die herkömmlichen Wertvorstellungen so gar nicht zu interessieren scheinen. Alles, was Astrid und Pietro sich gemeinsam aufgebaut haben, gerät durch Durantes Anwesenheit gefährlich ins Wanken. War alles, wofür sie bisher gelebt und gearbeitet haben nur Schall und Rauch?
Buchkritik von Stefanie Rufle
Mit Durante stellt uns der italienische Autor Andrea De Carlo einen Protagonisten vor, der für das freie und von allen weltlichen Gütern entbundene Leben steht. Dieser Durante verkörpert eine Gelassenheit und innere Stärke, die wohl jeder von uns gerne hätte. Genauso ergeht es auch den Figuren in De Carlos Buch, die aus diesem Grund in Durante entweder eine Bedrohung oder aber das Versprechen auf ein völlig neues Leben sehen. Es prallen Werte und Vorstellungen aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Vor allem an der Figur des Erzählers, Pietro, wird das deutlich. Nur zu gerne würde er auf Frauen, und insbesondere auf eine ganz bestimmte Frau, so wirken wie Durante – und dafür hasst er ihn zunächst zutiefst. Denn Durante verkörpert all das, was Pietro auch gerne wäre – er sagt, was er denkt und tut, was er sagt. Wie De Carlo den Leser in die Seele des Erzählers blicken lässt, wie er dessen ambivalente Gedanken und Gefühle beschreibt, ist einfach nur gekonnt. Stellenweise fühlt man sich hierbei an die Erzählkunst einer Patricia Highsmith erinnert.
Mit „Als Durante kam“ zeigt der Autor auf, wie Freundschaft entstehen kann, wie eindringlich uns Hingabe zu unseren Wurzeln bringen kann. Denn nichts ist so, wie Pietro das zunächst gerne gehabt hätte, mehr und mehr erkennt er das wahre Wesen Durantes. Zugleich macht De Carlo deutlich, dass es diese absolute Freiheit, von der sein Protagonist so gerne spricht, nicht gibt, denn Freiheit hat auch immer ihren Preis. „Als Durante kam“ ist ein Roman voller philosophischer Gedanken, der allerdings in seiner Figurenzeichnung manchmal etwas an der Oberfläche bleibt.

