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Der Trakt

Der Trakt

Autor Arno Strobel Genre Thriller
Verlag S. Fischer
ISBN 978-3-596-18631-0
Erscheinungsjahr (De) April 2009 Seiten 360

Inhalt

Als Sibylle Aurich aus dem Koma erwacht, muss sie erkennen, dass sie sich inmitten eines furchtbaren Albtraums befindet. Gewaltsam muss sie sich selbst aus dem dubiosen Krankenhaus befreien, in dem sie sich plötzlich wieder findet. Sie kann sich nur noch ganz verschwommen an den Überfall im nächtlichen Park erinnern, doch hat sie keine Ahnung, wie lange sie tatsächlich im Koma lag. Eines weiß sie allerdings ganz sicher: Mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn Lukas wohnt sie in einem kleinen Haus in Regensburg. Doch als sie schließlich ihren Verfolgern entkommen kann und vor der Tür des gemeinsamen Hauses steht, beginnt erst der wirkliche Albtraum für Sibylle: Hannes, ihr eigener Mann erkennt sie nicht und behauptet auch noch, dass es keinen Jungen namens Lukas gibt. Sibylle ist entsetzt und verzweifelt, denn es scheint fast so, als würde niemand aus ihrer Welt sich an sie erinnern. Und offenbar gibt es niemanden der bestätigen kann, dass Sibylle Aurich je einen Sohn hatte.

Sibylle spürt aber ganz genau, dass sie einen Sohn hat, zudem kann sie sich an so viele Details aus ihrem gemeinsamen Leben mit ihm und Hannes erinnern, dass sie nicht glauben kann, dass sie nicht Sibylle Aurich sein soll. Doch wem kann sie trauen, an wen kann sie sich noch wenden? Verfolgt von der Polizei und einem unheimlichen Fremden bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich völlig Unbekannten anzuvertrauen und zu hoffen, dass sie sich auf ihre Menschenkenntnis verlassen kann…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Kann es etwas Schlimmeres geben, als die Vorstellung, eines Tages aufzuwachen und nichts mehr von seinem alten Leben vorzufinden? Es gelingt Arno Strobel von der ersten Seite an, ein Gefühl unglaublicher Beklemmung im Leser hervorzurufen. Ein Albtraum bricht über die Protagonistin herein – ein Albtraum, der die tiefsten Urängste im Leser hervorruft. Auf zutiefst authentische Art und Weise beschreibt Strobel das Gefühl von völligem Verlassensein, von unfassbarer Einsamkeit und absoluter Hilflosigkeit angesichts der Leere, die da plötzlich an Stelle eines gelebten Lebens ist. Von der ersten Minute an bangt man mit der Heldin und zerbricht sich mit ihr gemeinsam den Kopf darüber, was hier nur schief gelaufen sein könnte. Strobel wirft Fragen über Fragen auf, führt seine Leser auf falsche Fährten und ködert sie mit doppeldeutigen Hinweisen. So entsteht eine manchmal kaum auszuhaltende Spannung, der man sich einfach nicht entziehen kann.

Die Charaktere in „Der Trakt“ tragen viel dazu bei, dass der Leser sich permanent in Fehleinschätzungen versteigt. Denn nichts ist bei diesem Thriller so, wie es zunächst einmal wirkt und schon gar nicht die unterschiedlichen Figuren, die Sibylle bei ihrer Suche nach der Wahrheit über den Weg laufen. Doch vor allem die Schilderung der Seelenqual und inneren Zerrissenheit der Protagonistin ist es, die die Stärke dieses Buches ausmacht. Man fühlt sich mitten hineingezogen in diesen grässlichen Albtraum und fragt sich irgendwann, ob man jemals wieder daraus auftauchen wird. Spannend erzählt und packend bis zum Schluss nimmt einen „Der Trakt“ mit auf eine fesselnde und verzweifelte Suche nach der Wahrheit.

Wissenswertes

Interview mit Arno Strobel zu "Der Trakt".

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