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Finstere Orte

Dark Places

Finstere Orte

Autor Gillian Flynn Genre Thriller
Verlag Scherz
ISBN 978-3-502-10095-9
Übersetzung Christine Strüh Erscheinungsjahr 2009
Erscheinungsjahr (De) Februar 2009 Seiten 528

Inhalt

Als Libby sieben Jahre alt war, wurden ihre Mutter und die beiden älteren Schwestern brutal niedergemetzelt. Der Täter: Libbys damals fünfzehnjähriger Bruder Ben. Lebenslänglich hinter Gitter gebracht hat Ben Libbys Zeugenaussage. Heute, 25 Jahre später, ist Libby Day nach wie vor von Bens Schuld überzeugt, doch da sie dringend Geld braucht, lässt sie sich auf ein Treffen mit Leuten ein, die zu wissen glauben, dass in Wahrheit ein ganz anderer der Täter war. Wer war denn nun tatsächlich der Mörder von Libbys Familie, was hat das kleine Mädchen in jener Nacht wirklich gesehen und was wurde ihm in den Monaten des Mordprozesses von anderen suggeriert? Als Libby zum ersten Mal ihren Bruder Ben im Gefängnis besucht, bekommt sie Zweifel an dem, was sie 25 Jahre lang für unverrückbare Tatsachen hielt. Libby ist bereit, sich auf die Vergangenheit und ihre Erinnerungen einzulassen, um endlich Frieden finden zu können. Doch einige ihrer Erinnerungen könnten sie in große Gefahr bringen.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Allein schon für das Erschaffen ihrer Protagonistin verdient Gillian Flynn ein besonderes Lob. Libby Day ist derart seltsam, verschroben und selbstsüchtig, dass man zunächst gar nicht anders kann, als sie zutiefst unsympathisch zu finden. Doch je tiefer man in die Geschichte und in die Ereignisse, die Libbys Leben zerstörten, eintaucht, desto besser kann man diese verstörende junge Frau verstehen. Mit der wachsenden Einsicht, welche Auswirkungen die brutalen Morde auf Libby und ihr Erwachsenwerden hatten, beginnt man sie zunehmend regelrecht zu mögen. Besonders positiv wirken sich hierbei auch die verschiedenen Erzählperspektiven und der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit aus. Der Leser hört aus der Sicht von Ben und seiner Mutter, was damals tatsächlich geschehen ist und erfährt gleichzeitig, was Libby heute darüber denkt und was sie tut, um die Wahrheit zu erfahren.

Trotz ihrer gelungenen Erzählweise gelingt es Gillian Flynn nicht durchweg, den Leser mit ihrer Geschichte zu fesseln. Es schleicht sich bei all dem Hin und Her die eine oder andere Länge ein, die manchmal ermüdend wirkt. Dennoch steigert die Autorin zum Ende hin Erzähltempo und Spannung derart, dass man beinahe atemlos mit Libby in der Gegenwart und Ben in der Vergangenheit mitfiebert. So bleibt am Ende der Eindruck eines außergewöhnlichen Thrillers, der mit viel Humor und voller Ironie eine tragische Familiengeschichte erzählt.

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