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Becks letzter Sommer
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Autor
Benedict Wells
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 978-3-257-06676-0 Erscheinungsdatum (D) September 2008 Seiten 449 |
Inhalt
Robert Beck ist auf den ersten Blick der typische Durchschnittsmensch. Er unterricht an einem Gymnasium mit mehr oder minder großer Leidenschaft Deutsch und Musik, hat keine Freundin, dafür jede Menge Affären, genießt dann und wann das Münchner Nachtleben. Glücklich ist er dabei allerdings nicht. Das wird ihm schlagartig bewusst, als er den litauischen Schüler Rauli Kantas unter seine Fittiche nimmt. Beck hat als Erster erkannt, dass in Rauli ein großes musikalisches Talent schlummert, das es zu fördern gilt. Er gibt dem Jungen Musikunterricht, schreibt Songs für ihn und versucht letztlich ihn in einem Plattenlabel unterzubringen.
Ganz uneigennützig ist sein großes Engagement für den Jungen allerdings nicht. Beck ist selbst ein gescheiterter Musiker, der vor vielen Jahren aus seiner Band geworfen wurde und seither seinem großen Lebenstraum nachtrauert. Endlich will er nun ausbrechen aus seinem tristen Alltag, der ihm nicht das geben kann, was er schon lange sucht: Erfüllung in der Musik…
Buchkritik von Kathrin Lang
Vor allem sind es die Figuren, die in Benedict Wells Debütroman „Becks letzter Sommer“ überzeugen. Allesamt sind sie keine überzeichneten Helden, die es darauf anlegen gemocht zu werden. Sie haben Ecken und Kanten, an denen man sich reiben kann. Gerade dadurch wirken sie vielschichtig, interessant und letztlich überaus sympathisch. Wells versteht es wunderbar seine Figuren zu zeichnen und sie eine abenteuerliche Odyssee bestreiten zu lassen, während sie ihre eigenen Mängel erkennen und damit umzugehen versuchen. Im Laufe der Geschichte wandeln sie sich dadurch jedoch nicht zu perfekten Menschen, sondern – und das erscheint viel gehaltvoller als das Gegenteil – lernen ihre Fehler zu akzeptieren und das Beste aus ihnen zu machen.
Auch die Art und Weise wie Benedict Wells seine Geschichte über gescheiterte Existenzen auf der Suche nach ihrem Lebensglück erzählt, vermag zu überzeugen. Zwar kommt „Becks letzter Sommer“ nur sehr gemächlich in Fahrt, kann das Spitzentempo dann jedoch gekonnt halten. Ist man erst einmal eingetaucht in die verrückte Welt der Protagonisten, in denen jede Menge Abenteuerlust und musikalische Inspiration steckt, kann man das Buch kaum mehr zur Seite legen. Immer wieder gelingt es Wells mit den Mitteln der Sprache so geschickt zu spielen, dass der Leser seinen Roman nicht nur miterleben, sondern auch erfühlen kann. Schnell wachsen einem die Figuren ans Herz. Sie sind lustig, sie sind irre und doch so normal.
„Becks letzter Sommer“ ist ein ganz fantastisches Erstlingswerk geworden, das große Hoffnungen in einen jungen Autor setzt.
