Grenzgänger

Grenzgänger

Autor Sven Dietrich Genre Roman
Verlag Wenz
ISBN 978-3-937791-33-3
Erscheinungsdatum (D) 01.10.08   Seiten 367

Inhalt

1986 in der ehemaligen DDR. Ralf Bronstein erwacht nach einer durchzechten Nacht in Karlsbad und findet sein Leben nicht mehr lebenswert. Er beschließt, seinem traurigen Dasein ein Ende zu setzen. Sein einzig wahrer Freund, Rico Hofmann jedoch, vereitelt den Selbstmord. Tief beschämt verspricht Bronstein, dass er seinem Leben noch eine weitere Chance geben will. Noch zehn Jahre will er vergehen lassen, zehn Jahre, in denen er alles tut, was er will, nichts auslässt und das Leben in jedem Bereich auskostet. Dann will er an diese Stelle zurückkehren und entscheiden, ob sich das alle gelohnt hat oder ob er dann die einst begonnene Tat gegen sich selbst zu Ende führt. Das Gift wird versteckt und Bronstein beginnt sogleich, das Leben nicht mehr zu schonen. Schon auf der Heimfahrt mit dem Zug kommt es zu einem dramatischen Eklat, an dessen Ende Bronstein zum Mörder wird und seinen einzigen Freund verliert. Von nun an beginnt für ihn eine Odyssee durch verschiedene Lebensstadien, vom Gefängnis über das Leben eines erfolgreichen Immobilienmaklers bis hin zum erneuten Mörder und Menschenverächter. Doch wo wird seine Reise enden?

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 3 von 5 Bs Das könnte eigentlich spannend werden, so suggeriert zumindest der Klappentext. Die Idee, dass ein potentieller Selbstmörder dem Leben noch eine Chance von einer bestimmten Dauer gibt und dann sehen will, ob sich das gelohnt hat oder ob er dann doch lieber seinem Leben von eigener Hand ein Ende setzt, hat wirklich Potential. Die Idee ist gut, doch es hapert an der Umsetzung. Sven Dietrich lässt diese Geschichte zu Beginn noch richtig aufleben und obwohl der dramatische Anfang schon fast zu überspitzt scheint, wird man neugierig auf mehr. Doch dann verliert die Geschichte die Spannung, der Plot die Konsequenz und die Protagonisten an Glaubwürdigkeit. Es wird einfach nicht klar, wohin der Autor mit dieser Handlung will, was die Aussage des Buches ist, welch tieferer Sinn dahinter stecken soll. Sven Dietrich erweckt schon den Anschein, eine „Message“ transportieren zu wollen, doch der Leser irrt verloren durch die Seiten, immer auf der Jagd danach, was der Kern des Ganzen sein soll. Was eigentlich will Bronstein in seinem Leben oder besser gesagt in den zehn Jahren erreichen? Oftmals bleibt genau das, die Motivation der Handlung also, dem Leser verschlossen und stattdessen wird er mit teilweise schon recht hanebüchenen Aktionen und Konstellationen konfrontiert. Irgendwie kein schlechtes Buch – eigentlich – aber richtig Spaß macht es auch nicht. Schade.

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