Ritus

Ritus

Autor Markus Heitz Genre Fantasy
Verlag Knaur.
ISBN 978-3-426-63978-8
Erscheinungsdatum (D) April 2006   Seiten 520

Inhalt

1764, Frankreich: Der Wildhüter Jean Chastel und seine beiden unterschiedlichen Söhne Pierre und Antoine treffen auf ihr Schicksal. Ein Werwolf ging in eine Falle und das dazugehörige Weibchen ist vollkommen außer sich. Der bevorstehende Krieg zwischen Mensch und Bestie wird sich drei blutende und grausame Jahre hinziehen und so manches Opfer fordern…

2004, Deutschland: Eric von Kastell ist ein junger, gut aussehender Mann, der jedoch gesellschaftlich nicht sonderlich in Erscheinung tritt. Er arbeitet und wirkt im Dunklen, Geheimen. Er tötet Werwölfe und tut dies höchst effizient und erfolgreich. Doch sein Leben ändert sich abrupt, als sein Vater und Mentor von einem Wechselwesen getötet wird. Schnell muss der junge Mann feststellen, wie wenig er über diese Geschöpfe und die Organisationen, die sie anbeten, weiß. Ehe er es sich versieht, steckt er mittendrin in einem Komplott, das sein Leben aus den Fugen reißen wird…

Buchkritik von Thomas Ays

Thomas vergibt 3 von 5 Bs Lange nachdem Bestseller-Autor Markus Heitz mit seiner „Zwergen“-Reihe und seinen Geschichten um „Ulldart“ zahllose Fans begeisterte, reichte er durch den Knaur.-Verlag ein erstes Buch nach, das sich nicht mit der klassischen Fantasy, sondern mit etwas vollkommen anderem beschäftigte – zumindest für Markus-Heitz-Verhältnisse: Werwölfe.
Heitz sagte später in Interviews selbst, er wollte dieses Buch erst gar nicht schreiben. Glücklicherweise tat er es doch und zeigte erneut wieder eine seiner großen Stärken: Die Macht der Recherche. Durch seine zwei Erzählebenen im 18. und 21. Jahrhundert punktet er gleich auf unterschiedliche Art und Weise. In Frankreich um 1764 wählt er immer die richtigen Worte und beschreibt eindrucksvoll Land und Leute, die mit der Bestie einfach nicht fertig werden können. 2004 zeichnet Heitz dann mit Eric von Kastell einen Helden, der zu Anfang cooler nicht hätte sein können. Auch lustig wird es in der ersten Hälfte des Buches oftmals. Allerdings haben beide Stränge auch ihre Schwächen. Gegen Ende verliert sowohl Frankreich seine Wirkung, weil zu lang, als auch Erics Erzählebene, da die Erotikszenen oftmals unpassend wirken und von der übrigen Qualität von „Ritus“ ablenken. Der bissige Witz muss zugunsten einer dramatischen Handlung weichen, die nicht immer sitzt.

Insgesamt gesehen fehlt „Ritus“ außerdem etwas ganz Entscheidendes: Der Thrill. Zwar werden blutige Szenen durchaus anschaulich beschrieben, die gruselige Atmosphäre jedoch fehlt und packt den Leser an ganz wenigen Stellen vollkommen und zieht ihn eindeutig zu wenig in seinen Bann. Sicherlich ist dieser 500-Seiten starke Thriller ein Buch geworden, bei dem man keinerlei Schwierigkeiten hat, es schnell zu Ende zu bringen, das Endergebnis bleibt das Gleiche. „Ritus“ fehlt die dringend benötigte schaurige Atmosphäre.

Wissenswertes

Die Mystery-Reihe umfasst folgende Bände:
Ritus
Sanctum
Blutportale
Kinder des Judas
Judassohn
Judastöchter

Besucherbewertung

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