Dracula - Die Wiederkehr

Dracula: The Un-Dead

Dracula - Die Wiederkehr

Autor Dacre Stoker, Ian Holt Genre Roman
Verlag Lyx
ISBN 978-3-8025-8220-2
Übersetzung Hannes Riffel Erscheinungsdatum (D) Oktober 2009   
Erschienen 2009  Seiten 592

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1912 – fünfundzwanzig Jahre ist es her, dass Graf Dracula von Professor Van Helsing und seinen Mitstreitern vernichtet wurde. Mina und Jonathan Harkers einziger Sohn Quincey weigert sich, wie sein Vater Rechtsanwalt zu werden und verlässt nach einem Streit mit ihm die Sorbonne. Quinceys größter Wunsch ist es, Schauspieler zu werden, und als er in London den Autor Bram Stoker trifft, hofft er, an der Inszenierung seines Romans „Dracula“ mitwirken zu dürfen. Als der junge Mann aber dessen Stück liest, muss er schockiert feststellen, dass hier offensichtlich die Geschichte seiner Eltern erzählt wird.
Als Quinceys Vater Jonathan auf bestialische Weise ermordet wird, muss der junge Schauspieler erkennen, dass seine Eltern offensichtlich ein großes Geheimnis vor ihrem Sohn bewahrt hatten. Jonathans Leiche wurde gepfählt am Piccadilly Circus aufgefunden – ein deutlicher Hinweis auf Vlad Dracula, der auch der Pfähler genannt wurde. Als dann auch noch ein alter Weggefährte Jonathans und Minas nach dem anderen ermordet wird, wird immer offensichtlicher, dass es irgendwer auf jene abgesehen hat, die vor einem Vierteljahrhundert an der Vernichtung des dunklen Grafen mitgewirkt hatten.
Wäre es denkbar, dass Dracula immer noch sein Unwesen treibt? Oder waren all die Prostituierten, die angeblich von Jack the Ripper ermordet wurden vielmehr Opfer eines Vampirs, der Draculas Nachfolge angetreten hat? Nach und nach muss Quincey erkennen, dass Bram Stoker in seinem Roman nur einen Bruchteil dessen beantworten konnte, was damals tatsächlich geschah.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs Eine Fortsetzung des großartigen Schauerromans von Bram Stoker – wer würde sich einer solchen Herausforderung stellen, ohne kläglich zu scheitern? Eines sei gleich vorweg gesagt: Dacre Stoker, dem Urgroßneffen von Bram Stoker und dem Drehbuchautor Ian Holt ist es tatsächlich gelungen, einen Roman zu erschaffen, der seinem großen Vorbild gerecht wird. Unwillkürlich wird der Leser in den Sog der Ereignisse gezogen, die fünfundzwanzig Jahre nach Draculas Vernichtung ansetzen. Stilistisch und dramaturgisch bleibt „Dracula – Die Wiederkehr“ ganz dicht am Original des großen Bram Stoker, und das nimmt den Leser von der ersten Seite für diesen Roman ein. Hier wird eine Geschichte schlüssig weitererzählt, von der man schon immer gewusst hat, dass sie einer Fortsetzung bedarf. Schließlich ist das Ende von Bram Stokers „Dracula“ so vage, dass es völlig einleuchtend scheint, dass Graf Dracula erneut auftauchen könnte. Die Autoren konzentrieren sich auf das Leben und Schicksal der überlebenden Protagonisten: Dr. John Seward, Arthur Holmwood, Abraham Van Helsing und Jonathan und Mina Harker. Es wird deutlich, dass an keinem von ihnen die Begegnung mit Dracula spurlos vorüberging. Gemeinsam mit ihnen erlebt der Leser nochmals einige wichtige Schlüsselerlebnisse aus Bram Stokers Roman.

Besonders reizvoll ist die Verknüpfung der Vampirgeschichte mit dem Wirken von Jack the Ripper, der in jener Zeit in London Angst und Schrecken verbreitete. Außerdem taucht hier auch der Autor Bram Stoker selber auf – eine Hommage an den großen Autor. Obwohl den Autoren sehr an der Vorlage gelegen ist, weicht die Figur des Grafen Dracula doch stark vom Original ab. War er dort ein gefühlloser und grausamer Blutfürst, bekommt er in „Dracula – Die Wiederkehr“ ein viel facettenreicheres Gesicht. Zudem bauen Stoker und Holt eine ganze Reihe von Personen aus „Dracula“ in ihren Roman ein, die wahre Kenner sofort wieder erkennen werden. „Dracula – Die Wiederkehr“ ist ein Roman, der möglicherweise viele Puristen verärgert zurücklassen wird. Doch trotz einiger Übersetzungsschwächen und auch dem einen oder anderen Logikfehler, ist er eine wirklich gelungene Fortsetzung, auf die so mancher Dracula-Fan schon lange gewartet hat.

Wissenswertes

Der Kanadier Dacre Stoker ist der Urgroßneffe von Bram Stoker, dem ursprünglichen Verfasser von „Dracula“ (1897). Auf der Grundlage von Originalmaterial aus dem Nachlass Bram Stokers schuf er zusammen mit dem Drehbuchautor und Stoker-Forscher Ian Holt die Fortführung der Geschichte des Grafen Dracula.

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