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Kommende Buchkritiken
Der dunkle Wächter
Las Luces de Septiembre
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Autor
Carlos Ruiz Zafón
Genre Jugendbuch
Verlag S. Fischer ISBN 978-3-596-85388-5 Übersetzung Lisa Grüneisen Erscheinungsdatum (D) September 2009 Erschienen 1995 Seiten 344 |
Inhalt
Nach dem Tod ihres geliebten Vaters zieht Irene im Jahr 1937 mit ihrem Bruder Dorian und ihrer Mutter Simone in ein kleines Dorf an der Küste der Normandie. Die kleine Familie ist froh, dass sie nach dem schweren Schicksalsschlag in der Nähe von Cravenmoore, dem Anwesen des reichen Spielzeugfabrikanten Lazarus Jann, ein neues Zuhause gefunden hat. Simone hat eine Anstellung bei ihm bekommen und schnell wird klar, dass Cravenmoore ein seltsamer Ort ist. Lazarus lebt dort mit Hunderten mechanischer Figuren und es gibt Zimmer, die außer ihm keiner betreten darf. Irene, die sich mit dem Fischerjungen Ismael anfreundet, hört von der tragischen Geschichte von Lazarus Frau und fragt sich, warum man sie niemals auf Cravenmoore sieht.
Dann geschieht ein fürchterlicher Mord, der Irene und Ismael endgültig erkennen lässt, dass Cravenmoore ein Ort voll dunkler Schatten und Geheimnisse ist. Ismael erzählt Irene von den geheimnisvollen Septemberlichtern, die eine Frau das Leben gekostet haben sollen. Beide ahnen allerdings nicht, dass sie sich in schrecklicher Gefahr befinden, denn der Schatten der Vergangenheit hat sich längst erhoben, um alles zu vernichten, was sich ihm in den Weg stellt.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Carlos Ruiz Zafón, den wir bereits von seinen grandiosen Romanen „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ kennen, hat schon lange davor mit „Der dunkle Wächter“ ein Jugendbuch erschaffen, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Darüber, warum dieser Roman erst jetzt in Deutschland erscheint, lässt sich nur mutmaßen, doch Fakt ist, dass wir hier nun mit einem von Zafóns früheren Werke beglückt werden, das von der großen Genialität des spanischen Autors erzählt. Es eröffnet sich dem Leser eine unheimliche und tragische Geschichte voller Abgründe und Rätsel. Was hat es mit dem geheimnisvollen Spielzeugfabrikanten auf sich? Was ist mit seiner Frau geschehen? Aus welchem Grund erschafft er die unheimlichen Metallfiguren, inmitten derer er auf seinem riesigen Anwesen lebt? Von der ersten Seite an fesselt Zafón seine Leser und zieht sie fast unmerklich in einen Sog von Verschwörungen, Geheimnissen und den Tiefen der menschlichen Seele.
„Der dunkle Wächter“ ist eine atemberaubende Mischung aus Fantasy und Thriller mit charismatischen Figuren, die einen unwillkürlich in ihren Bann ziehen. Auch hier überzeugt der Autor erneut mit seiner poetischen und vollendeten Sprache, die trotz der schrecklichen Geschehnisse in diesem Roman wie Balsam wirkt. Hat man einmal mit diesem Buch begonnen, wünscht man sich nichts mehr, als einfach nur weiter lesen zu können. Ein wunderschöner Schauerroman, der einen die Welt ringsherum vergessen lässt.
