Durch das Universum bis hierher

Autor: William Shatner und David Fisher
Genre: Biographie
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 978-3-89602-879-2
Erscheinungsdatum (D) 01.07.09 Erschienen 2008
Seiten 359
Übersetzung Thorsten Wortmann

Durch das Universum bis hierher Up Till Now: The Autobiography

Inhalt

Selbst in Deutschland dürfte ihn wohl jeder kennen – William Shatner – seines Zeichens Captain Kirk aus „Raumschiff Enterprise“ oder aber auch alias „Denny Crane“ in der äußerst erfolgreichen Serie „Boston Legal“. Wenngleich der Bekanntheitsgrad vieler seiner anderen Rollen nicht so eindringlich über den großen Teich geschwappt ist, so sind diese beiden Figuren, die er über Jahre spielte, zumindest aber die des Kirk, in den Köpfen aller. Sätze wie „Scotty beam uns hoch“ und „Sulu, bringen Sie uns raus hier“ sind fest im Deutschen Sprachgebrauch. Was aber so gut wie niemand in unserem Land weiß, ist, welch ein langer, mühsamer Weg hinter Shatner lag, bis er endlich so erfolgreich war. In seiner Autobiographie lässt der den Leser all dies wissen. Seine Anfangszeit als Theaterspieler, seine vielen, vielen Rollen, die ihn immer wieder angeblich zum Star machen sollten, seine Erfolge, sein Versagen, sein „Immer-wieder-am-Nullpunkt-Anfangen“ und sein Durchbruch mit Kirk. Neben all diesen beruflichen Höhen und Tiefen lässt er uns auch an seinem privaten Leben teilhaben, an seinen diversen Ehen, an seinem Versagen als Ehemann und am tragischen Tod seiner dritten Ehefrau. Er erlaubt tiefe Einblicke in sein Gefühls- und Seelenleben und spickt alles mit vielen witzigen, tragischen und spannenden Erlebnissen aus seinem mehr als erfüllten Leben.

Buchkritik von Angelika  Koch

Man hätte befürchten können, diese Autobiographie könnte als Ode an Shatner selbst, als eine selbstgefällige, ichbezogene Darstellung seines Lebens ausarten. Wenn man weiß, dass Shatner die Rolle des Denny Crane als die Rolle seines Lebens bezeichnet, könnte man in der Tat berechtigt davon ausgehen. Doch dem ist nicht so. Das Leben, das uns Shatner hier darlegt, ist genau wie das Buch selbst – witzig, abwechslungsreich, kurzweilig, spannend und ein großer Spaß. Man lernt ihn von ganz anderen Seiten kennen, man erfährt alles von ihm; weder sich selbst, noch andere verschont er dabei. Eine gehörige Portion Selbstironie, viel Wortwitz, aber auch ernste Gedanken und Kummer lassen am Leser ein Leben vorbeiziehen, wie es spannender nicht sein könnte. Es gibt einfach Menschen, die offensichtlich so viel Energie abbekommen haben, dass diese für drei Leben reichen könnte, während bei vielen diese Energie noch nicht einmal für ein Leben reicht. Wo auch immer diese ungerechte Verteilung herkommt, man muss einfach beeindruckt sein von diesem Mann, dem keine Arbeit zu viel, kein Weg zu weit und kein Hindernis zu groß ist, der immer unter Volldampf lebte und bis heute keine Lust hat, damit aufzuhören. Jemand also, der sich nie hat unterkriegen lassen, der seinen Zielen treu blieb und sich selbst, auch wenn ihn das Opfer gekostet hat. Nicht nur den Fernsehzuschauern also hat Shatner viel Freude und unbeschwerte Stunden beschert, sondern mit diesem Buch auch den Lesern. Somit erhebt sich diese Autobiographie zu einem mehr als lesenswerten Lebenswerk, das man gelesen haben sollte, wenn man einfach Lust auf ein kurzweiliges, motivierendes und lustiges Buch hat. Da bleibt nur noch zu sagen: „Denny Crane!“

William Shatner ist seit 2010 Hauptdarsteller in der Sitcom "Shit, my Dad says". Boston Legal ist seit 2008 beendet.

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