Die Einsamkeit der Primzahlen

La solitude dei numeri primi

Die Einsamkeit der Primzahlen

Autor Paolo Giordano Genre Roman
Verlag Blessing
ISBN 978-3896673978
Übersetzung Bruno Genzler Erscheinungsdatum (D) August 2009   
Erschienen 2008  Seiten 368

Inhalt

Ein schicksalhafter Tag in der Kindheit zeichnete Alice und Mattia und ließ sie das Vertrauen in das Leben verlieren. Jeden auf eine eigene Art. Alice trennt seither ein Graben voll von bitterem Groll von ihrem Vater. Mattia hingegen kann seinen Eltern aus lauter Schuldgefühlen darüber, seine Schwester im Park verloren zu haben nicht mehr in die Augen sehen. Als sie sich am Gymnasium begegnen, wird diese innere Erschütterung zu ihrem verbindenden Element. Eine letzte Barriere scheint jedoch immer zu bleiben, so dass sie sich nie völlig berühren. Für Mattia sind er und Alice wie Primzahlenzwillinge: es gibt immer noch eine Zahl die sie trennt. Mit den Jahren nehmen die trennenden Barrieren zu. Doch der Wunsch, dem anderen nahe zu sein bleibt…

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 6 von 5 Bs Was schreibt man über ein Buch, das sich so sehr über Gefühle definiert? Nicht nur, dass Paolo Giordano in seinem Romandebüt so wundervolle Worte für sie findet, es ist vielmehr das, was seine Worte beim Lesen in einem auslösen und damit die „Die Einsamkeit der Primzahlen“ zu einem besonderen Leseerlebnis machen. Diese Geschichte geht ganz und gar unter die Haut. Man erspürt sie mehr, als dass man sie liest.

Bereits die Einführung der beiden Hauptfiguren Alice und Mattia schmerzt und weckt zugleich die Hoffnung, für diese beiden Menschen möge es so etwas wie ein glückliches Ende geben. Paolo Giordano nimmt uns mit auf eine eigentümliche Reise in die Seele zweier Menschen, die durch ein traumatisches Kindheitserlebnis so sehr in ihrer eigenen Welt gefangen sind, dass der jeweils andere auf bedrückende und doch hoffnungsvolle Art und Weise die Brücke zum Leben wird. Giordanos Worten wohnt eine Wahrhaftigkeit inne, die es schwer macht, sich ihnen zu entziehen. Sie sind präzise und bildhaft zugleich und berühren tief im Inneren.

„Die Einsamkeit der Primzahlen“ ist eine Liebesgeschichte, die an die oft bemühten Königskinder erinnert, für die das Wasser zu tief war, um zueinander zu finden. Auch Alice und Mattia sind eine Einheit und können doch nicht bei einander existieren. Paolo Giordano widersteht der Versuchung ihnen ein klassisches Happy End zu geben. Dennoch ist seine Geschichte neben all den bedrückenden Momenten nicht nur düster. Zwischen den Zeilen schimmert die Kraft durch, die Alice und Mattia inne wohnt und die sie letztlich auch in sich finden.

Wissenswertes

Paolo Giordano wurde als bis dato jüngster Autor für sein Romandedüt mit dem Premio Strega, dem renommierten italienischen Literaturpreis, ausgezeichnet.

Interview mit Paolo Giordano zu "Die Einsamkeit der Primzaheln".

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