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Kommende Buchkritiken
Hexenschwester
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Autor
Katerina Timm
Genre Historischer Roman
Verlag Marion von Schröder ISBN 978-3-547-71137-0 Erscheinungsdatum (D) Oktober 2009 Seiten 448 |
Inhalt
Büdingen im Jahre 1624: Lene und Clara sind ein Herz und eine Seele. Die beiden sind Zwillingsschwestern und die Töchter eines Winzers. Sie genießen das Leben, haben kleine Sorgen und verlieben sich – ausgerechnet in den selben Mann. Als Velten Lene im Dunkeln einen heimlichen Kuss gibt und verspricht, bei ihrem Vater um ihre Hand anzuhalten, ist sie überglücklich. Doch als er dann ihre Schwester Clara heiratet, wird ihr klar, dass Velten sie im Dunkeln verwechselt haben muss. Zutiefst betrübt kann Lene die Liebe der beiden kaum ertragen und heiratet selbst. Aber wo Clara nur Glück umgibt, ist Lene vom Pech verfolgt: Ihr Ehemann Contz ist eigensinnig, bequem und von wankelmütigem Wesen. Hatte sie sich vorher nur über kleine Sorgen den Kopf zerbrochen, scheint jetzt alles Übel auf Lene einzuströmen: Neben dem Verlust ihrer großen Liebe kommt nun auch der Dreißigjährige Krieg nach Büdingen und durch die Hexenverbrennungen sterben viele Frauen einen qualvollen Tod. Bald schon ist auch ihre Familie von Leid und Unglück betroffen...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Themen wie Hexenverbrennung und Pest kommen in beinahe jedem historischen Roman vor und auch „Hexenschwester“ erzählt von eben jenen Schrecken. Doch was sonst überzogen und zu sehr strapaziert wirkt, bekommt hier ein neues Gesicht: Katerina Timm versteht es, die Inhalte ehrlich und überzeugend darzustellen, übertreibt nicht und lässt ihre Hauptfiguren nicht zu übermenschlichen Helden avancieren, die alle Probleme mit Bravour zu lösen verstehen. Die Zwillingsschwestern Lene und Clara sind normale Mädchen, die gerade dadurch die Geschichte zum Leben erwecken. Durch sie erhält der Leser einen wirklichkeitsnahen Einblick in die Geschichte und erfährt von alltäglichen Problemen, ohne aufmerksamkeitsheischende Stilmittel. Psychologisch ausgezeichnet angelegt rufen die Erlebnisse der Schwestern große Emotionen hervor und lassen den Leser an kummervollen und ereignisreichen Lebensabschnitten teilhaben. Katerina Timm unterstreicht außerdem die Auslöser der Hexenverfolgungen. Werden oft nur schreckliche Folterqualen und Scheiterhaufentode detailgetreu dargestellt, kann man hier mehr erfahren über die Beweggründe der Inquisitoren. Aberglaube, Pest und die verheerende kleine Eiszeit während des Dreißigjährigen Krieges ließen den Ruf nach Schuldigen immer lauter werden und den Hexenwahn weiter ausufern. So passt sich auch die Themenwahl der Autorin in den Kontext ihrer Story ein und bildet ein einheitliches Konzept.
„Hexenschwester“ ist authentisch und mitreißend und auch für diejenigen Leser zu empfehlen, die es leid sind, stereotypen, immer wiederkehrenden Mustern in historischen Romanen zu begegnen.
