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Kommende Buchkritiken
Die Gesänge der Verlierer
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Autor
Rolf Lappert
Genre Roman
Verlag dtv ISBN 978-3-423-13813-0 Erscheinungsdatum (D) 1995 Seiten 410 |
Inhalt
Tyler ist in London der Manager einer Rockband, die gerade kurz vor dem großen Durchbruch steht. Nach vielen Jahren harter und weitgehend erfolgloser Arbeit, soll nun ein Videoclip gedreht werden, das für die Band den bislang größten Triumph ihrer Karriere bedeuten dürfe. Doch einige Tage vor dem Dreh verschwindet auf einmal Sinclair, der Leadsänger der Band. Tyler kann es nicht fassen und begibt sich sogleich auf die Suche nach dem Sänger, der gleichzeitig auch sein bester Freund ist. Die Suche führt ihn bis nach Los Angeles. Dort angekommen muss Tyler jedoch feststellen, dass Sinclair zu einer Rückkehr nicht bereit ist. Da Tyler nun selbst vor einem gescheiterten Leben steht und nicht weiß wie es für ihn weitergehen soll, bleibt er in den USA und begibt sich dort auf abenteuerliche die Suche nach dem Sinn seines Lebens…
Buchkritik von Kathrin Lang
Der Schweizer Autor Rolf Lappert veröffentlicht mit „Die Gesänge der Verlierer“ einen Roman, in dem er seinen Protagonisten Tyler auf eine abenteuerliche Reise schickt, die ihn von London aus in die USA und von dort einmal quer durch das Land führt. Dabei lernt Tyler eine Welt kennen, die ihm - ebenso wie dem Leser - ganz neu und nicht selten auch vollkommen surreal erscheint. Zwar erlebt man zusammen mit Tyler etliche Abenteuer, doch ist man dem Protagonisten Tyler letztlich nach 400 gelesenen Seiten noch immer nicht nahe gekommen. Wer er eigentlich ist und welche Motive ihn leiten, lässt sich nicht völlig erschließen. Offensichtlich geht es Rolf Lappert nicht darum, seinen Charakter klar zu zeichnen und ihn sympathisch zu machen, sondern die zahlreichen Geschichten rund um seinen Protagonisten atmosphärisch möglichst dicht zu erzählen. Die kleinen und großen Geschichten stehen jedoch eine Spur zu ungebunden nebeneinander und schaffen es dadurch leider nicht, ein stimmiges Gesamtbild zu hinterlassen. Am Schluss hinterlässt „Die Gesänge der Verlierer“ den Eindruck eines Episodenbuchs, das mit jeder neuen Episode die Stimmung wechselt. Dadurch fällt es schwer, sich in die Geschichte einzufühlen und sie gebannt zu verfolgen. Am Anfang einer jeden neuen ´Etappe´ fühlt man das Interesse an diesen Zeilen schwinden. In letzter Sekunde gelingt es Lappert dann allerdings doch, das Interesse auf ein Neues zu wecken und den Leser an seine Geschichte zu fesseln. Das dauernde Auf und Ab und die neuen Episoden, die immer wieder dazu zwingen die Geschichte neu zu entdecken, machen jedoch müde und trüben das Lesevergnügen. Vielleicht hätte Rolf Lappert eher einen Kurzgeschichtenband anstatt einen Roman veröffentlichen sollen. So jedoch sucht man vergeblich nach einem roten Faden, der „Die Gesänge der Verlierer“ zusammenhält und zu einem runden Roman werden lässt.
