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Kommende Buchkritiken
Anna nicht vergessen
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Autor
Arno Geiger
Genre Kurzgeschichten
Verlag dtv ISBN 9-783-42313-785-0 Erscheinungsdatum (D) 2007 Erschienen 2007 Seiten 249 |
Inhalt
„Anna nicht vergessen!“ steht auf lauter kleinen Zetteln, die in der ganzen Wohnung verteilt sind. Geschrieben wurden sie von der kleinen Anna selbst, die damit verhindern will, dass ihre allein erziehende Mutter Ella eines Tages tatsächlich vergisst, dass sie eine Tochter hat. Genau wie Anna, so sehnt sich auch Lukas danach geliebt zu werden. An seinem letzten Abend in Berlin lernt er eine Kellnerin kennen, die ihm anbietet, auf ihrer Couch zu schlafen. Am nächsten Morgen erzählt Lukas einem fremden Mann, dass er schon seit Jahren mit der Kellnerin zusammen ist und erfindet viele weitere wilde Märchen über sein Leben mit der Kellnerin, deren Namen er (im wahren Leben) nicht einmal kennt.
Buchkritik von Kathrin Lang
Bereits nach der ersten Kurzgeschichte, die gleichsam auch der Titel dieses Buches ist, ist eines bereits absolut gewiss: Arno Geiger ist ein brillanter Erzähler, der es hervorragend versteht, mit Sprache und Worten umzugehen. Obwohl kaum eine der insgesamt zwölf Geschichten länger als 25 Seiten ist, so zieht doch jede Einzelne in ihren Bann, als würde man gerade einen ganzen Roman verschlingen. Kaum beginnt Geiger zu erzählen, da hat er den Leser auf beinah magische Art und Weise voll und ganz an seine Zeilen gefesselt. Kein Wort will man verpassen, keine Formulierung versäumen. Arno Geiger ist ein Meister auf seinem Gebiet und lässt mit „Anna nicht vergessen“ den Leser an seinem großartigen Talent teilhaben.
Der österreichische Bestsellerautor glänzt jedoch nicht nur stilistisch, sondern vermittelt auch rein inhaltlich tolle Weisheiten. Sehr bedacht, dabei aber doch glasklar in seiner Botschaft, erzählt uns Arno Geiger mal ironisch-heiter, mal ernsthaft-trüb von Menschen, die auf der Suche nach Glück sind und von den Problemen, die sich ihnen auf diesem Weg in die Quere stellen. Obwohl eine jede Geschichte in „Anna nicht vergessen“ für sich alleine stehen und wirken kann, so ergeben sie doch erst alle zusammen das große Gesamtbild. Thematisch bilden sie einen roten Faden, dem der Leser folgen kann und dabei seine eigenen Erfahrungen sammeln und seine eigenen Rückschlüsse ziehen darf.
„Anna nicht vergessen“ ist ein fantastisches Beispiel dafür, dass man manchmal auch mit wenigen Worten überraschend viel sagen und bewirken kann. Wozu Romane lesen, wenn Arno Geiger auch innerhalb weniger Seiten alles Wesentliche zum Ausdruck bringen kann?
Wissenswertes
"Anna nicht vergessen" landete auf Anhieb in der Bestsellerliste.
