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Unter dem Eis
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Autor
Gisa Klönne
Genre Thriller
Verlag Ullstein ISBN 978-3-548-28102-5 Erscheinungsdatum (D) 2006 Seiten 368 |
Inhalt
Kriminalkommissar Manfred Korzilius ist sauer. Seit Monaten bemüht er sich um die Rückversetzung von der Vermisstenabteilung zum K11, zur Mordkommission. Sein letzter Fall, den er zusammen mit der Hauptkommissarin Judith Krieger führen musste, hatte ihm nichts Gutes eingebracht. Nicht nur, dass diese Krieger eine eigenwillige Person ist, die aus Gründen, die Manni nicht versteht, von seinem damaligen Vorgesetzten Millstätt vergöttert wird, nein, viel schlimmer ist, dass sie sich einfach unbezahlten Urlaub genommen hat, sich erholt und dann wieder zum K11 zurück darf und dass er, der eigentlich nicht Schuld daran war, dass die Ermittlungen in diesem Fall so schief gelaufen sind, das Ganze mit einer Zwangsversetzung ausbaden darf. Das Leben ist nicht gerecht. Nun wird er zu einem brisanten Fall gerufen, ein 14jähriger Junge ist während eines Wochenendes im Indianercamp spurlos verschwunden. Manni legt sich ordentlich ins Zeug und gibt alles, um sich zu profilieren und zum K11 zurück zu können. Doch leider gestalten sich die Ermittlungen äußerst zäh und zunehmend wird klar, dass es nicht so einfach sein wird, wie er sich das vorgestellt hat, dass er wirklich unter Zugzwang steht und möglichst schnell etwas „abliefern“ muss.
Parallel dazu wird Judith Krieger privat um Hilfe gebeten. Da sie sich noch in Urlaub befindet und ihr Leben halbwegs wieder in den Griff bekommen hat, nimmt sie erst widerwillig, dann aber mit zunehmendem Interesse die Suche nach Charlotte auf, einer ehemaligen Klassenkameradin, die ebenfalls spurlos verschwunden ist. Sorgen um sie macht sich Berthold Prätorius, ihr einziger Freund. Die Spur führt nach Kanada und von Prätorius gedrängt, fliegt Judith kurzerhand dorthin. Dort angekommen, versucht sie hartnäckig die einzigen Hinweise, die sie hat, zu untersuchen und zu verfolgen und kommt dabei selbst in eine äußerst prekäre Situation.
Buchkritik von Angelika Koch
"Warum in die Ferne schweifen, sieh’ das Gute liegt so nah.“ Nach Jahrzehnten, die man gerne amerikanische, englische, skandinavische, spanische und sonst was Literatur zu sich genommen hat, ist solch ein Buch, geschrieben von einer deutschen Autorin, wirklich erfrischend. Gisa Klönne enttäuscht den Leser nicht. In der Tat spinnt sie die Fäden um die Entwicklung in der Zusammenarbeit von Judith und Manni liebevoll weiter. Ihren Anfang hatte diese „Beziehung“ in dem ersten Buch um Judith Krieger „Der Wald ist Schweigen“ gefunden. War dieses Buch schon gut, so ist „Unter dem Eis“ noch besser. Gisa Klönne ist eine Meisterin darin, die Protagonisten so genau zu zeichnen, so detailliert zu beschreiben und so liebevoll darzustellen, dass sie wirklich zum Leben erwachen. Man möchte meinen, man könnte Judith und Manni irgendwann auf der Straße begegnen.
Aber nicht nur das, die Geschichte selbst ist in zwei parallele Erzählstränge geteilt und beide sind derart spannend und aufregend geschrieben, dass man das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen möchte. Gisa Klönne schreibt in der Gegenwartsform, was sicherlich noch dazu beiträgt, dass man in der Handlung mit leben kann. Die Story an und für sich ist schlüssig, logisch, lückenlos – Frau Klönne erlaubt sich keinen noch so kleinen Fehler, jedes Detail sitzt und passt. An keiner Stelle des Buches kann es Zweifel geben, dass alles ganz genau so und nicht anders geschehen ist. Keine übertriebenen Handlungen, keine unglaubwürdigen Charaktere, kein Zuviel, kein Zuwenig.
Es ist wirklich erfreulich, dass es noch zwei weitere Bände um Krieger und Korzilius gibt. Man darf darauf gespannt sein …
Wissenswertes
Die weiteren Bände dieser Reihe sind:
Nacht ohne Schatten
Farben der Schuld
Der Wald ist Schweigen
Nichts als Erlösung
