Ich bin kein Serienkiller

I am not a serial killer

Ich bin kein Serienkiller

Autor Dan Wells Genre Thriller
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-70169-3
Übersetzung Jürgen Langowski Erscheinungsdatum (D) 01.09.09   
Erschienen 2009  Seiten 384

Inhalt

Mrs. Anderson stirbt unbemerkt in ihrer Wohnung. Dies allein ist nichts Besonderes, besonders ist aber, dass sie für lange Zeit die letzte in Clayton County bleiben soll, die einen natürlichen Tod findet. Danach sorgt „der Dämon“ für eine Abfolge von schauerlich zerlegten Leichen.

Ebenfalls in Clayton County hilft der fünfzehnjährige John mit Begeisterung im Bestattungsunternehmen seiner Mutter aus, die dieses zusammen mit ihrer Zwillingsschwester betreibt. John ist besonders begeistert davon, Leichen zu präparieren und dabei genauestens zu betrachten und – wenn möglich – auch anzufassen. John selbst ist sich sicher, dass er ein Soziopath ist und dass das Schicksal will, dass er zum Serienkiller wird. Um gegen diesen inneren Trieb anzugehen, hat er sich besondere Regeln aufgestellt, um das Monster, das in seinem Inneren lauert, hinter Gittern zu halten. Bisher ist ihm das ganz gut gelungen, außer dass er in der Schule und bei seiner Mutter immer wieder mit seiner Affinität für die Geschichten der berühmten Serienkiller negativ auffällt. Eine psychologische Betreuung erfolgt durch Dr. Neblin.

Als die erste Leiche gefunden wird, vermutet er sofort einen Serienkiller hinter dem grausamen Mord, wird jedoch von allen verlacht und für noch verrückter erklärt als sowieso schon. Als dann aber immer mehr Morde geschehen, wird auch allen anderen klar, dass es sich um eine brutale Mordserie handelt, die erst dann ein Ende findet, wenn der Täter gefasst oder getötet ist. John allerdings macht derweil eine erschreckende Entdeckung und sieht sich dann recht bald berufen, die Stadt von „dem Dämonen“ zu befreien und schmiedet, frei von jeglicher Empathie, einen teuflischen Plan, der aber zur Nebenwirkung hat, dass sein eigenes, bisher ruhig gestelltes Monster, anfängt sich zu regen und immer mehr ausbrechen will…

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 5 von 5 Bs Es ist extrem schwer dieses Buch zu bewerten. Es ist das Debüt des Autors und wird mit Recht äußerst kontrovers diskutiert. Das Problem, das man als Leser hat, ist, dass man anfängt Dinge zu verstehen, die man eigentlich gar nicht verstehen will. Und hier fragt man sich relativ schnell, ob man sich dieser Sache stellen will oder nicht. Es ist grenzwertig, wenn die Motive eines Serienkillers plötzlich nachvollziehbar erscheinen, denn welcher Mensch, der in der Lage ist, Empathie zu empfinden, möchte das nachvollziehen können?

Was aber, wenn Menschen eben dies nicht fühlen können, wenn sie Emotionen nachspielen, weil sie gelernt haben, dass Menschen so reagieren, sie selbst diese aber gar nicht empfinden können? Was, wenn solchen Menschen aus Mangel an eben diesen Gefühlen, andere Menschen beziehungstechnisch nichts bedeuten, auch wenn sie sollten? Was, wenn Menschen andere Menschen nur als „Dinge“ betrachten, nicht, weil sie es wollen, sondern, weil sie es nicht anders können? Was, wenn das alles auf eine Störung des Gehirns zurück zu führen ist? Müsste man dann gerade Serienkiller nicht doch auf eine absurde Art verstehen? Dieses Buch ist eine Gratwanderung, ein Balanceakt. Es ist aber gerade das, was das Buch faszinierend macht. Und abstoßend zugleich. Wie bei einem Unfall, der auf der anderen Straßenseite passiert. Man will nicht hinsehen, tut es aber doch, es fasziniert und stößt ab zur gleichen Zeit. Aber sind wir doch mal ehrlich: Lauert nicht eine gewisse Portion Sensationslust in jedem von uns? Für Menschen, die sich dieser Tatsache stellen können, ist das Buch wirklich empfehlenswert. Für alle anderen: Lieber die Finger davon lassen!

Wissenswertes

Ebenfalls im Verlag Piper von diesem Autor erschienen:
Mr. Monster
Ich will Dich nicht töten
Du stirbst zuerst

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