Quipu

Nudo de Sangre

Quipu

Autor Agustín Sánchez Vidal Genre Roman
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-24757-3
Übersetzung Marianne Gareis Erscheinungsdatum (D) Dezember 2009   
Erschienen 2009  Seiten 656

Inhalt

Als Sebastián de Fonseca im Jahre 1780 in seine Heimatstadt Madrid zurückkehrt, währt seine Freude nicht lange. Er findet seinen Vater tot in dessen Arbeitszimmer auf - stranguliert mit einer ominösen Knotenschnur. Als auch sein Onkel wenig später ermordet wird, begreift Sebastián, dass er selbst in Gefahr ist.
Schon bald kommt er einem Geheimnis auf die Spur, das auch sein Vater zu lösen versucht hatte: Die Knotenschnüre bilden das Schriftsystem der Inka, doch bisher war niemand in der Lage, es zu entschlüsseln. Um das Rätsel zu lösen und den Tod seines Vaters zu begreifen, reist Sebastián an der Seite der schönen Umina nach Peru, im Gepäck eine alte Chronik, die die Zeit vor dem Zerfall des Inkareiches beschreibt. Er muss schnell feststellen, dass er nicht der einzige ist, der auf den Spuren der lateinamerikanische Geschichte durchs Land zieht, denn mit der Entzifferung der Knotenschnur besteht auch die Hoffnung, den legendären Schatz des untergegangenen Reiches zu finden...

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 3 von 5 Bs Alte Kulturen und Völker sind immer wieder faszinierend und inspirieren Schriftsteller zu exotischen und fremdartigen Geschichten. Auch “Quipu” erzählt von einem solchen Volk – den Inka, die vor dem Einfall der Spanier in Lateinamerika lebten. Obwohl Autor Agustín Sánchez Vidal hier ein spannendes Thema aufgreift und durch eine ereignisreiche Erzählstruktur die Aufmerksamkeit des Lesers fesselt, gelingt es ihm doch nicht, zu überzeugen. Die Geschichte ist zu sehr konstruiertes Detektivspiel, eine Kombination aus Verschwörungen, verstaubten Geheimnissen, Liebesgeschichte und mystischer Historie, die oft durcheinander gerät und überladen wirkt. Die Legenden und Sagen, mit denen der Autor spielt, haben zwar durchaus Potential, sind hier aber überbeansprucht und verwirrend. Oft haben die Erzählstränge und aufeinander folgenden Ereignisse weder Hand noch Fuss und auch die Beweggründe der Figuren sind des Öfteren mehr als schleierhaft. Obwohl das Volk der Inka interessant beleuchtet wird und vor allem ihre Naturverbundenheit zum Ausdruck kommt, ist es für den Leser schwierig, sich auf solchen Stoff einzulassen.
„Quipu“ strahlt nicht die Glaubwürdigkeit aus, die eine solch fiktive Geschichte benötigt hätte und ist ein Roman, in dem viele Möglichkeiten stecken, die jedoch unzureichend genutzt wurden. Schade!

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