Weil Deine Augen ihn nicht sehen

Two Little Girls in Blue

Autor Mary Higgins Clark Genre Thriller
Verlag Bertelsmann
ISBN 101062 (Buch-Nr.)
Übersetzung Andreas Gressmann Erscheinungsdatum (D) 2008   
Erschienen 2006  Seiten 396

Inhalt

Die eineiigen Zwillinge der Frawleys werden aus ihrem eigenen Haus entführt. Die Entführer selbst, zwei Männer und eine Frau, bringen die Kinder in ein Haus im Wald, verstecken sie dort und lassen die Eltern wissen, dass sie sie gegen die Zahlung eines Lösegeldes frei lassen werden. Der eigentliche Drahtzieher jedoch ist “Kater Karlo”, der im Hintergrund bleibt und von dem keiner der Entführer weiß, wer er wirklich ist. Die weibliche Entführerin, Angie, jedoch entwickelt mütterliche Gefühle für eines der beiden Mädchen, das bereits anfängt, krank zu werden.

Nachdem die Frawleys wider Erwarten das gesamte Lösegeld von der Firma des Vaters bezahlt bekommen, wird eines der beiden Mädchen frei gelassen und den Eltern wird erzählt, das andere wäre gestorben. Die Eltern versuchen, mit der Situation klar zu kommen, aber die Mutter kann einfach nicht glauben, dass eines ihrer Mädchen wirklich tot sein soll. Unterstützt wird sie in ihrer Hoffnung von ihrer Tochter, die behauptet, telepathischen Kontakt mit ihrer Schwester zu haben und dass es dieser gar nicht gut gehe…

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 1 von 5 Bs „Weil Deine Augen ihn nicht sehen“ – ein viel versprechender Titel. Doch leider hat diese deutsche Übersetzung weder im Entferntesten etwas mit dem Originaltitel „Two little girls in blue“ noch mit dem Inhalt zu tun. Dieser Titel ist schlicht und ergreifend an den Haaren herbei gezogen. Wer kommt auf so was?

Und dann das Buch selbst! Wer Mary Higgins Clark kennt, weiß, dass er normalerweise äußerst spannende Geschichten zu erwarten hat, gut konstruiert und erzählt. Aber was um Himmels Willen, war hier mit der Autorin los? Die Geschichte vermisst jegliche Spannung, man muss als Leser geradezu mit dem schleppenden Verlauf der Ermittlungen mitleiden, weil es so viele offensichtliche Hinweise gibt, die eifrig ignoriert werden, dass man am liebsten in das Buch springen möchte und alle Beteiligten schütteln. Keine der Figuren ist so gezeichnet, dass sie einen wirklich interessieren würde, es herrscht gähnende Langeweile, die Geschichte selbst scheint allzu konstruiert und zusammen gezimmert. Selbst der durchaus spannenden Tatsache, dass eineiige Zwillinge unter Umständen telepathische Verbindungen haben könnten, wird in keiner Weise angemessen Rechnung getragen.

Hat man das Buch dann doch geschafft, in der unsinnigen Hoffnung, dass es noch besser werden könnte, ist man zwischenzeitlich der Überzeugung, dass man sich diese Zeit hätte sparen können. Schade.

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