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Kommende Buchkritiken
Die Zwerge
Die Zwerge
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Autor
Markus Heitz
Genre Fantasy
Verlag Piper ISBN 978-3-4927-0076-4 Erscheinungsdatum (D) Oktober 2004 Seiten 640 |
Inhalt
Tungdil ist ein ganz normaler Zwerg – nun ja, zumindest fast. Eigentlich ist er alles andere als normal. Er lebt bei Lot-Ionan, einem der sechs mächtigen Zauberer des Geborgenen Landes, als Ziehsohn, seiner Herkunft vollkommen unwissend. Doch es warten große Aufgaben auf ihn. Das ganze Land steht einer großen finsteren Macht gegenüber, die es zu verschlingen droht. Ein verheerender und grausamer Krieg steht bevor, dessen Verhinderung in Tungdils Händen liegt. Ob der einzige unzwergliche Zwerg diese Verantwortung tragen kann?
Buchkritik von Thomas Ays
Der Erfolg um „Der Herr der Ringe“ brachte sie hervor: Die neuen deutschen Fantasyautoren, die, auf der Erfolgswelle mitschwimmend, sogleich eigene Geschichten um die Geschöpfe Tolkiens ins Rennen um die Gunst der zahlreichen Fans schickten. Ob Michael Peinkofers Orks, Bernhard Hennens Elfen oder Christoph Hardebuschs Trolle: sie alle lieferten erfolgreiche Fantasykost ab, die hungrige Verehrer nur allzu dankbar verschlangen. Dabei stellte sich heraus, dass all diese Geschichten mehr waren, als klug geplante Verkaufsstrategie – Die Autoren bewiesen sich und hielten den Druck stand, sich mit Tolkien zu messen.
Auch Markus Heitz ist einer dieser neuen Fantasyautoren. Und selbst diejenigen, die sich rebellisch gegen diese „ausgekoppelten Geschichten“ stellten, werden nach nur wenigen Seiten von „Die Zwerge“ einsehen (müssen), dass Heitz es meisterlich versteht, die Nebenfiguren Tolkiens eindrucksvoll eine eigene Geschichte erzählen zu lassen. Dabei gelingt es Heitz seine über 600 Seiten lange Handlung ereignisreich und aufregend zu gestalten. Viele Wendungen nutzt der Autor um seine Leser zu fesseln und auf eine spannende Reise mitzunehmen – auch wenn diese ganze Geschichte nicht an „Der Herr der Ringe“ und dessen Qualitäten heranreicht.
In „Die Zwerge“ wird vor allem das Talent des Autors deutlich, Figuren zu zeichnen. Sämtliche Nebenfiguren sind großartig beschrieben: Ob nun der sehr komische Schauspieler Rodario und dessen eindrucksvolle Gefährten, wie auch die wunderbaren Zwerge Boindil und dessen Bruder Boendal, die im genau richtigen Moment zum Protagonisten stoßen. Auch die Zauberer, auch wenn sie nur ganz wenig Platz in der Geschichte haben, wurden von Heitz ehrfurchtsvoll und erhaben in Szene gesetzt. Einzig die Hauptfigur Tungdil ist über weite Strecken des Buches einfach zu gut, um wahr zu sein. Zu rund, zu glatt kommt er daher und kann gegen einen Boindil, der mit seinen unterhaltsamen Dialogen punktet, nicht mithalten. Erst gegen Ende schafft es Tundgil, Farbe zu gewinnen und sich zu einem wahren Protagonisten zu mausern.
„Die Zwerge“ ist ein rundum gelungener Auftakt einer herausragend erfolgreichen Fantasy-Reihe geworden! Nicht umsonst von Fans umschwärmt, schafft es Markus Heitz durchweg mit originellem und kurzweiligem Schreibstil zu glänzen und in diesem umfangreichen Roman keinerlei Längen entstehen zu lassen, was bei einer solchen Länge wahrhaftig nicht einfach ist. Wer sich also eine spannende und ereignisreiche Geschichte um diese wunderbaren Zwerge erzählen lassen will - auch wenn er zuvor mit diesen Wesen relativ wenig anfangen konnte – ist mit diesem Erstling allerbestens beraten.
Wissenswertes
Die Reihe um "Die Zwerge" umfasst folgende Bände:
Band 1:
Die Zwerge
Band 2:
Der Krieg der Zwerge
Band 3:
Die Rache der Zwerge
Band 4:
Das Schicksal der Zwerge
