Vater unser

Plea of Insanity

Vater unser

Autor Jilliane Hoffman Genre Thriller
Verlag rororo
ISBN 978-3-4992-4456-8
Übersetzung Nina Scheweling, Sophie Zeitz Erscheinungsdatum (D) 2008   
Erschienen 2008  Seiten 572

Inhalt

In Miami werden die Frau und die drei Kinder des angesehenen Chirurgs, Dr. David Marquette, auf brutalste Weise in ihrem Haus getötet. Unter anderem der verzweifelte Notruf der kleinen Tochter lenkt den dringenden Tatverdacht auf David Marquette selbst. Ein großer, die Öffentlichkeit aufwühlender, Prozess steht bevor. Mit der Verteidigung ist Staatsanwalt Rick Bellido betraut, der sich als Assistentin Julia Valenciano aussucht, sehr zu deren eigener Überraschung, ist sie doch momentan „nur“ eine sogenannte „B“- Anwältin in der Tretmühle des enormen Justizapparates. Eine gerade erst begonnene Affäre mit Bellido macht es ihr auch nicht einfacher, aber schlussendlich stimmt sie zu. Detective John Latarrino, der jedoch glaubt, dass es sich bei diesem Mörder um einen lang gesuchten Serienkiller handelt, wird ihr zur Seite gestellt.

Schon bei der Besichtigung des Mordschauplatzes wird Julia klar, dass sie eine folgenschwere Entscheidung getroffen hat, die sie in ihr persönliches Trauma zurück wirft, aus dem es im Laufe des Prozesses kein Entkommen mehr zu geben scheint. Noch während David Marquette völlig überraschend auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert, befindet sich Julia schon mitten in ihrem eigenen Albtraum ….

Buchkritik von Angelika Koch

Angelika vergibt 4 von 5 Bs Dieses Buch brilliert nicht unbedingt mit einer über die Gebühr spannenden Handlung, sondern eher mit der unheimlich dicht erzählten Geschichte der Julia Valenciano. Jilliane Hoffman schafft es, aus einer Geschichte zwei zu machen, bei denen sich der Leser nicht entscheiden kann, welche ihn mehr mit reißt. Zum einen kann die Autorin, die selbst stellvertretende Staatsanwältin in Florida war, hervorragend die rechtlichen Hintergründe und Spitzfindigkeiten der Justiz darlegen und dem Leser somit den Prozess und die gesamten Abläufe fachlich kompetent näher bringen, zum anderen schafft sie es aber auch, mit viel Einfühlungsvermögen und großer Erzählkunst das immer mehr aus dem Gleichgewicht geratende Leben der Julia Valenciano zu beschreiben. Schlussendlich bleiben beide Erzählstränge spannend bis zum Ende und man hat das Gefühl, schlicht und einfach ein gutes Buch gelesen zu haben.

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