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Kommende Buchkritiken
Höhenangst
Killing Me Softly
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Autor
Nicci French
Genre Thriller
Verlag C. Bertelsmann ISBN 3-570-00294-2 Übersetzung Birgit Moosmüller Erscheinungsdatum (D) 1999 Erschienen 1999 Seiten 383 |
Inhalt
Es ist ein kalter Januarmorgen, an dem sich Alices Leben von Grund auf verändern soll: Auf dem Weg zur Arbeit sieht sie sich plötzlich einem Mann gegenüber, der sie mit strahlend blauen Augen ansieht. Alice ist wie vom Blitz getroffen. Als der Mann mittags auf sie wartet, folgt Alice ihm ohne zu überlegen in eine fast leere Wohnung. Es ist der Beginn einer leidenschaftlichen und hemmungslosen Beziehung, die keinen Platz mehr für anderes lässt. Obwohl Alice nichts von diesem Fremden namens Adam weiß, beginnt sie ein Doppelleben zu führen, in dem Lügen zum Alltag zählen. Die Lust, die sie mit Adam erlebt und die alles verzehrende Leidenschaft sind für sie wie das Atmen lebensnotwendig. Die selbstbewusste und im Beruf erfolgreiche Frau lässt alles hinter sich, beendet ihre langjährige Beziehung mit dem fürsorglichen und liebenswerten Jake und bricht alle Brücken hinter sich ab.
Obwohl ihr diese Obsession auch zunehmend Angst macht, ist sie dennoch bereit, Adam zu heiraten. Allmählich erfährt sie mehr und mehr Details aus dem Leben des Extrembergsteigers – und die lassen ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie stößt auf verstörende Zeitungsartikel von verschwundenen Frauen und Toten im Himalaya. Und auch Alice Liebe zu Adam wird immer öfter auf die Probe gestellt. Mehr und mehr überschreitet er die Grenze zwischen Leidenschaft und Gewalt und irgendwann wird Alice bewusst, dass sie in der Falle sitzt. Doch wer sollte ihr jetzt noch helfen?
Buchkritik von Stefanie Rufle
Was könnte packender sein, als dieser absolut grandiose Psychothriller von Nicci French? In „Höhenangst“ erzählt das Autorenpaar die fesselnde Geschichte einer amour fou, in der die Grenzen immer mehr verschwimmen. Wer ist dieser mysteriöse Adam? Was sind seine Beweggründe? Ist seine Liebe wirklich echt? Diese Fragen beschäftigen einen vom Beginn bis zum berührenden Ende derart, dass man kaum mehr in der Lage ist, sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Alice ist eine absolut glaubwürdige und authentische Hauptfigur und mit ihr bangt, zittert und hofft man bis zum Schluss. Auch wenn ihre blinde Obsession so unvernünftig und absurd erscheint, kann man sie doch in jeder Sekunde verstehen. Adam, der stets im Dunklen bleibt, beschäftigt einen bis weit über das Ende des Buches hinaus.
Immer wieder stellt sich die Frage, ob es tatsächlich eine derartige Liebe geben kann, die nicht fragt, die nur blind vertraut und in der es kein Wenn oder Aber gibt. Absolut glaubhaft machen Nicci French deutlich, dass das wirklich möglich ist. Dabei ziehen sie ihre Leser in einen Sog aus Leidenschaft, blinder Liebe und dunkler Gefahr. Wie ein Traum erscheinen einem die Ereignisse in „Höhenangst“ – ein Traum, aus dem man nicht mehr aufwachen möchte, auch wenn er fürchterlich beängstigend ist. „Höhenangst“ ist ein Thriller der Extraklasse, der den Leser nicht mehr loslässt, ihn zutiefst und auf verstörende Weise bewegt und ihn am Ende mit dem Gefühl unendlicher Traurigkeit zurücklässt.

