Nevare 3 - Die Stunde des Abtrünnigen

Renegade’s Magic

Nevare 3 - Die Stunde des Abtrünnigen

Autor Robin Hobb Genre Fantasy
Verlag Klett-Cotta
ISBN 978-3-608-93814-2
Übersetzung Joachim Pente Erscheinungsdatum (D) August 2009   
Erschienen 2008  Seiten 767

Inhalt

Nachdem die Magie ihn entzweit hat und der „Nevare-Teil“ lange Zeit die Oberhand hatte, verliert er nun die Vorherrschaft über seinen Körper. Die Magie fordert nachdrücklich die Erfüllung der gestellten Aufgabe. Nicht einmal die trügerische Ruhe als einfacher Friedhofswärter in Gettys ist Nevare vergönnt. Der „Soldatenjunge“, jener Teil von ihm, der Lisana, die Fleck-Magierin und Baumfrau liebt und von ihr unterwiesen wurde, hat nun das Sagen. Der entzweite Nevare flieht vor den Anschuldigungen der Leichenschändung und des Mordes in den Wald und in eine andere Welt. Der Soldatenjunge in ihm ist ein „Großer“ der Fleck, ein Magier mit großer Macht und er glaubt zu wissen, was die Magie von ihm will. Schon immer hat er ihre Stimme deutlicher gehört als Nevare. Der Soldatenjunge gedenkt die Magie, die für die Gernier lediglich wie ein widerwärtiger Speckmantel aussah, gegen das Straßenvorhaben einzusetzen. Doch auch er muss wie Nevare erkennen, dass er nur Teil eines Ganzen ist. Nevare, nur noch ein winziger Bewusstseinsfunken, kämpft weiter verbissen um sein Recht auf Leben. Keiner will nachgeben und doch erkennen beide immer deutlicher, dass sie nur als Ganzes die Aufgabe erfüllen können, die die Magie ihnen zugedacht hat. Als der Soldatenjunge zur entscheidenden Schlacht gegen das Fort von Gettys rüstet, glaubt Nevare jedoch schon lange nicht mehr an einen glücklichen Ausgang für sie beide…

Buchkritik von Melanie Frommholz

Melanie vergibt 3 von 5 Bs Mit „Die Stunde der Abtrünnigen“ beschließt Autorin Robin Hobb ihre epische Geschichte über den Soldatensohn Nevare. Hobb nimmt den Leser mit, tief hinein in die Welt der Fleck, zu ihrem Glauben und ihrer Magie. So wie man im ersten Band Nevare auf die Militärakademie folgt, begleitet man nun seinen abgespalteten Teil, den „Soldatenjungen“. Hobb bemüht sich sehr, all die losen Enden und Fragezeichen der vorangegangenen Bände zu verbinden und aus der Welt zu schaffen. Stück für Stück löst sich der Nebel auf und man erkennt die eigentliche Geschichte, die hinter allem steht. Sprachlich nach wie vor gewandt schildert Hobb Navares innerlichen Zweikampf und liefert viel Antworten auf bis dato unklare Begebenheiten. Die Szenen, in denen Nevare mit sich selbst im Streit liegt, sind der Autorin gut gelungen. Sie treibt den Konflikt Naturverbundenheit contra Fortschritt auf die Spitze und hinterfragt dabei vieles kritisch, mit dem wir auch heute noch unsere Errungenschaften der Zivilisation ungefragt in die Welt tragen. Man versteht nun vieles, mag den „Held“ jedoch nach wie vor nicht. Auch wenn Robin Hobb alles tut, um für ihre Figuren und insbesondere für Nevare ein glaubwürdiges Happy End zu finden, bleibt nach all dem Jammer und der Selbstzweifel der ersten zwei Bände ein fader Nachgeschmack. Der Zeitpunkt, an dem sie den Leser noch für ihre undurchsichtige Hauptfigur einnehmen konnte ist verstrichen. Auch im Rückblick wächst einem Nevare nicht ans Herz. Robin Hobb hat bei dem Versuch, einen übergeordneten Konflikt in einer Figur zu bündeln und dies in eine magische Geschichte einzubinden aus den Augen verloren, dass ihr Held zu jemand geworden ist, dem man nicht gerne folgt. Schade, vergibt sie damit die Chance auf eine ganz große und berührende Geschichte.

Wissenswertes

Robin Hobbs Nevare-Trilogie umfasst folgende Bücher:
Band 1:
Nevare 1 - Die Schamanenbrücke
Band 2:
Nevare 2 - Im Bann der Magie
Band 3:
Nevare 3 - Die Stunde des Abtrünnigen

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