Was ist nur los mit mir? - Krankheitssymptome und Familienstellen

Was ist nur los mit mir? - Krankheitssymptome und Familienstellen

Autor Dr. med. Ilse Kutschera, Christine, Dipl. Ing. Schäffler Genre Ratgeber
Verlag Kösel
ISBN 978-3-4663-0595-7
Erscheinungsdatum (D) 2002   Seiten 180

Inhalt

„Der Körper beginnt zu schreien, wenn seelische Bedürfnisse ignoriert werden.“
Diese Erfahrung hat die Autorin, Dr. med. Ilse Kutschera im Laufe ihrer Arbeit als Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie immer wieder gemacht. Viele körperliche Symptome sind oft über Jahre hinweg therapieresistent und oft auch aus medizinischer Sicht nicht so recht erklärbar. Für Kutschera ist die zentrale Frage in ihrer Praxis, warum welche Symptome wann auftreten und wo deren Ursachen liegen.

Die von Bert Hellinger begründete Methode des systemischen Familienstellens ist für sie ein therapeutischer Ansatz, der ihre schulmedizinische Sichtweise aufs Idealste ergänzt. Hierbei geht es um Kräfte und Lernerfahrungen aus der Familie – also unserem Ursprungssystem – die einen entscheidenden Anteil an unserem jetzigen Leben, unserer Zufriedenheit, unserem Glück und Unglück haben. In der Familienaufstellung stellt der Patient sein eigenes Familienbild mit Hilfe der anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen und dem Therapeuten im Raum auf. Bindungen, Abhängigkeiten oder auch übernommene Rollen werden dadurch deutlich und können durch Erleben, Anerkennung und Einsicht bewältigt werden. Hierbei können Fragen behandelt werden, die sich auf Familie, Partnerschaft, Beruf oder auch Krankheitssymptome beziehen.

Aus diesem Grund ist das systemische Familienstellen für viele Patienten eine Antwort auf deren Frage: „Was ist nur los mit mir?“ Werden ganz konkrete Ereignisse aus der Familiengeschichte, die Krankheitssymptome auslösen, erst einmal bewusst gemacht, können diese in den Hintergrund treten, was zu Lösungen führen kann, die bisher nicht zugänglich waren.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs „Was ist nur los mit mir?“ ist ein Buch, aus dem der große Erfahrungsschatz und die therapeutischen Fähigkeiten von Dr. Kutschera sprechen. Einsteiger in die Materie, die sich noch nie mit der Methode des systemischen Familienstellens auseinandergesetzt haben, werden sich hier allerdings etwas überfordert fühlen. Ihnen sei es empfohlen, sich zunächst mit einem Buch von Bert Hellinger, dem Erschaffer dieser Methode, in das Thema einzulesen. Denn bei der Lektüre von „Was ist nur los mit mir?“ ist eine gewisse Grundkenntnis in jedem Fall erforderlich, um mit den vielen Fallbeispielen, die Kutschera aus ihrer langjährigen Erfahrung schildert, etwas anfangen zu können. All jene, die sich bereits intensiv mit dieser Therapiemethode auseinandergesetzt und vielleicht selbst sogar schon eine Familienaufstellung gemacht haben, werden hier erneut eine Bestätigung der Wirksamkeit dieser Methode erfahren. Gibt es doch so viele körperliche Symptome, für die es keine medizinische Erklärung gibt oder die sich gegen jegliche Therapie resistent zeigen.

Hier werden dem Leser Einzelschicksale vor Augen geführt, die oft von einem langen Leidensweg und großer Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sprechen. Anschaulich schildert Dr. Kutschera die Symptome der einzelnen Patienten, deren Herkunfts- und Gegenwartsfamilien, den Verlauf der Aufstellung und ihre Interpretation dazu. Oft sind es nur kleine Nuancen, die in der ursprünglichen Aufstellung verändert werden müssen, doch genauso oft stehen tief greifende und traumatische Ereignisse im Hintergrund, die den Körper des Patienten krankmachen. Aus den Worten von Dr. Kutschera sprechen ein tiefes Verständnis für ihre Patienten und deren Schicksale und ein großer Respekt für deren Symptome. Besonders wertvoll ist auch, dass sie den Mut beweist, von Aufstellungen zu berichten, die nicht die erwünschte Wirkung erzielt haben und deren Scheitern auch zu begründen. Für all jene, die bereit sind, über den Tellerrand der Schulmedizin hinauszublicken ist „Was ist nur los mit mir?“ ein äußerst wertvolles und empfehlenswertes Buch. Denn um mit den Worten von Dr. Kutschera zu enden: „Körper und Psyche sind identisch.“

Wissenswertes

„Was ist nur los mit mir?“ beginnt mit einem Vorwort von Bert Hellinger, dem Erschaffer der Methode des systemischen Familienstellens. Dr. med. Ilse Kutschera schrieb dieses Buch in Zusammenarbeit mit Christine Schäffler.

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