Traumatische Tropen. Notizen aus meiner Lehmhütte

The Innocent Anthropologist

Traumatische Tropen. Notizen aus meiner Lehmhütte

Autor Nigel Barley Genre Erlebnisbericht
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-12399-0
Übersetzung Ulrich Enderwitz Erscheinungsdatum (D) 1997   
Erschienen 1986  Seiten 249

Inhalt

Weil jeder Ethnologe einmal Feldforschung betrieben haben sollte, beschließt auch Nigel Barley sich in Afrika der Beobachtung von Ureinwohnern zu widmen. Doch bevor er in das Dorf der Dowayos fährt, dessen Kultur er erforschen will, landet er zuerst im afrikanischen Großstadtdschungel. Er muss sich mit dem ausgeklügelten Labyrinth der Behörden auseinandersetzen und einen unglaublichen Berg an Dokumenten bewältigen, der jeder europäischen Bürokratie den Rang abläuft. Den Schock der städtischen Lebensweise gerade erst überwunden, lernt er nun das Dorf der Dowayos kennen und muss sich völlig neu orientieren: In einer Sprache, die er nicht beherrscht, soll er die Bewohner über ihre Bräuche befragen und befürchtet, dass er auch nach mühsamem Sprachunterricht ein Außenseiter bleiben wird, dem die Dowayos ihre Geheimnisse nicht anvertrauen...

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 5 von 5 Bs Feldforschung haben schon viele Ethnologen betrieben, und sie alle hatten mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie Nigel Barley. Gewiss hat jeder von ihnen umfangreiche Erfahrungen gesammelt und eine neue Lebensweise kennen gelernt. Was also ist neu an Barleys „Traumatische Tropen“, wo doch schon unzählige Monografien über verschiedenste Feldforschungsprojekte existieren? In der Tat ist dieses Büchlein keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein erfrischender Erlebnisbericht. Auch hier beschäftigt sich der Autor mit neuen Erkenntnissen über die Lebensweise einer afrikanischen Ethnie, aber nicht vorrangig. Vor allem räumt Nigel Barley auf urkomische Weise mit irrigen Annahmen über die Feldforschung auf und erzählt dem Leser unbeschönigt und sehr detailliert eben das, was später nicht in einschlägigen Monografien zu finden sein wird. Er versteht es, den Leser auch in ernsthaften Situationen zum Lachen zu bringen und dem Laien auf unkomplizierte und ironische Weise das Leben der Dowayos und sein eigenes im afrikanischen Busch zu beschreiben. Ohne viele fachspezifische Informationen gelingt es ihm, das Interesse des europäischen Durchschnittsbürgers zu wecken und ihm am Ende das Gefühl zu verleihen, etwas gelernt zu haben.
Nigel Barley lässt uns also die Arbeit eines Ethnologen aus einem wenig wissenschaftlichen Winkel betrachten und rückt die Feldforschung in ein neues Licht, so dass auch ein interessierter Nicht-Ethnologe durchaus mit den Beschreibungen Schritt halten kann.

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