Messias

Messias

Autor Ralf Isau Genre Thriller
Verlag Piper
ISBN 978-3-4927-0142-6
Erscheinungsdatum (D) September 2009   Seiten 480

Inhalt

In dem kleinen irischen Ort Graiguenamanagh scheint sich ein wirkliches Wunder ereignet zu haben: Nachdem die Duiske Abbey von einem grellen Blitz erhellt wurde, sieht der Pfarrer auf dem Boden vor dem Altar einen nackten Mann liegen. Er trägt die symbolischen blutenden Wundmale an Händen und Füßen. Gleichzeitig ist die Jesusfigur des Kruzifixes der Kirche spurlos verschwunden. Daraufhin wird der vatikanische Sonderermittler Hester McAteer in sein altes Heimatdorf entsandt – er soll herausfinden, ob an dem „Wunder von Graiguenamanagh“ tatsächlich etwas dran ist. Als er den verletzten jungen Mann im Krankenhaus besucht, spricht dieser nur hebräisch und nennt sich auch noch Jeschua.

Während tausende von Menschen zum Ort der vermeintlichen Wiederkunft Christie pilgern, kommen zwei Männer auf schreckliche Art und Weise ums Leben, was viele in der Gewissheit bestärkt, dass das Jüngste Gericht nah ist. Nicht so aber Hester McAteer! Er ist sich ganz sicher, es hier mit einem Betrüger zu tun zu haben, oder zumindest mit einem Mann, der von unbekannter Seite geschickt manipuliert wird. Jeschua konfrontiert die Kurie mit unangenehmen Wahrheiten und droht so, die römisch-katholische Kirche zu spalten…

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 2 von 5 Bs „Wunder gibt es immer wieder.“ So beginnt der Autor Ralf Isau das Nachwort zu seinem Roman – und tatsächlich wird hier die Wundergläubigkeit des Lesers stark strapaziert. Kann man sich doch kaum vor echten Dornenkronen, wiedererweckten Toten und Tieren, die die Sprache der Menschen verstehen, retten. Sicherlich gibt es Wunder und die viel zitierten „Dinge zwischen Himmel und Erde, die der Menschenverstand nicht erfassen kann“. Doch die Frage ist, ob solche wundersamen Geschehnisse denn tatsächlich in einen Thriller passen. Wenn in brenzligen Situationen der Held plötzlich wie durch ein Wunder gerettet wird, ist das nicht nur unglaubwürdig, sondern auch ärgerlich für den Leser, der auf einen schlüssigen Handlungsverlauf wartet.

„Messias“ soll ein Thriller sein, ist aber eine Mischung zwischen Esoterik, (durchaus berechtigter) Kritik am Zölibat und Liebesgeschichte. Auch wenn der Roman durchaus Elemente eines Thrillers enthält und sich stellenweise durch gute Spannungsbögen und eine raffiniert durchdachte Geschichte auszeichnet, ist er aber doch kein Thriller. Hier wird munter mit verschiedenen Genre-Richtungen gespielt, was die an sich spannende Idee leider verdirbt. Allein die Frage, was die Kirche tun würde, sollte der Messias tatsächlich wiederkehren, hat ein durch und durch interessantes Potential. Doch leider gelingt es Isau nicht, sich für eine Richtung zu entscheiden, was der Geschichte einen etwas wirren Charakter verleiht. Auch wenn stellenweise wirklich spannend, ist „Messias“ doch eher ein Thriller, der am Ende enttäuscht.

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