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Kommende Buchkritiken
Die Vergangenheit
El Pasado
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Autor
Alan Pauls
Genre Roman
Verlag Klett-Cotta ISBN 978-3-608-93705-3 Übersetzung Christian Hansen Erscheinungsdatum (D) September 2009 Erschienen 2009 Seiten 640 |
Inhalt
Als Rímini und Sofía nach zwölf Jahren glücklicher Beziehung beschließen, getrennte Wege zu gehen, sieht zunächst alles nach einer einvernehmlichen und friedlichen Trennung aus. Obwohl sie überall als absolutes Traumpaar galten, dessen Wirklichkeit sich nur gemeinsam abspielen konnte, sind nun für den dreißigjährigen Rímini wieder alle Türen offen. Im Buenos Aires der Achtzigerjahre entdeckt er sein Begehren wieder neu und lässt sich mit einer um einiges jüngeren Frau ein. Doch Sofía, obwohl sie die treibende Kraft bei der Trennung war, erkennt sehr schnell ihren Fehler und möchte Rímini um jeden Preis wieder an sich binden. Das, was der zunächst noch mit Gleichgültigkeit quittiert, wächst sich immer mehr zu einem Schreckgespenst der Erinnerung aus. Denn obgleich Ríminis Liebe zu Sofía nicht gänzlich erloschen ist, fühlt er sich von ihr doch allmählich verfolgt, erpresst und bedroht. Er selber versinkt mehr und mehr in einen Rausch aus Kokain und Selbstverleugnung. Allmählich verschwindet seine einstige Liebe in den Schatten ihrer eigenen Nachwelt.
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Ein großes Stück Literatur des wichtigsten argentinischen Autors“ wird einem hier im Klappentext versprochen, und zunächst sieht auch alles danach aus, als dürfe man tatsächlich in einem großartigen und opulenten Roman versinken. Doch spätestens, wenn der Autor beginnt, von einem schattengleichen Künstler namens Riltse und dessen apokalyptischen Gemälden zu schwadronieren, setzt ein leichtes Befremden ein. Dieses Befremden wächst deutlich, als von Ríminis Kokain- und Masturbationsexzessen die Rede ist, die nach und nach monströse Ausmaße annehmen. Hier beginnt man sich zum ersten Mal zu fragen, wie man die fast 560 Seiten bewältigen soll, ohne ernsthaften Schaden zu erleiden. Ohne hier auf Details eingehen zu wollen, kann man manche Passagen nur als widerlich und obszön bezeichnen. Spätestens als klar wird, was es mit einem Gemälde namens „Das Trügerische Loch“ auf sich hat, beginnt man ernsthaft am Verstand des Autors zu zweifeln.
Ohne noch einmal sämtliche Löcher Revue passieren zu lassen, in die sich der immer zweifelhafter werdende Protagonist im Laufe dieser Erzählung genüsslich versenkt, ist einem doch klar, dass man als Mann vielleicht noch die größten Chancen hat, diesen Roman zu verstehen. Von einer Liebesgeschichte ist „Die Vergangenheit“ hingegen meilenweit entfernt. Die sexuellen Ergüsse des Autors nehmen zum Ende hin geradezu erschreckende Ausmaße an und stoßen nur noch ab. Wo der Sinn dieses Romans liegt? Das ist vielleicht in den Tiefen des „Trügerischen Lochs“ verborgen und entzieht sich der Kenntnis selbst des geneigtesten Lesers.
