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Kommende Buchkritiken
Das Hexenbuch von Salem
The Physick Book of Deliverance Dane
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Autor
Katherine Howe
Genre Roman
Verlag Page & Turner ISBN 978-3-442-20356-7 Übersetzung Judith Schwaab Erscheinungsdatum (D) August 2009 Erschienen 2009 Seiten 512 |
Inhalt
Connie Goodwin, eine herausragende Studentin der Harvard Universität, hat sich für ihre Doktorarbeit ein ebenso spannendes wie erschreckendes Thema ausgesucht: Sie setzt sich mit der Hexenverfolgung in Salem im 17. Jahrhundert auseinander. Zeitgleich muss Connie sich aber auch noch um das halbverfallene Haus ihrer verstorbenen Großmutter kümmern, was ihre Recherche etwas bremst. Doch glücklicherweise steht das überwucherte Cottage in Marblehead, ganz in der Nähe also von Salem, wo sich vor ewigen Zeiten die grausamen Hexenjagden abgespielt haben. So ist es Connie möglich, in den alten Kircheregistern nach Hinweisen auf die Hexenprozesse zu suchen. Im Haus ihrer Großmutter stößt die Studentin auf ein altes Pergament, das sie zu einem eigentümlichen Buch mit Formeln und Rezepten führt. Bald schon wird Connie klar, dass von diesem Buch eine seltsame Macht ausgeht, deren sie sich nicht entziehen kann. Auch Sam, der junge Restaurator, den Connie in Marblehead kennen gelernt hat, bekommt diese Macht zu spüren – und schwebt bald schon in tödlicher Gefahr…
Buchkritik von Stefanie Rufle
Das größte Problem von „Das Hexenbuch von Salem“ ist ganz eindeutig, dass Katherine Howe sich offensichtlich nicht entscheiden konnte, in welche Richtung ihr Buch denn nun eigentlich führen sollte. Möchte die Autorin, deren Vorfahren auch von den historisch belegten Hexenverfolgungen in Salem betroffen waren, sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzen? Doch dazu fehlt diesem Buch eine sachliche Ebene, die sich mit den Ereignissen dieser Zeit befasst. Hier vermischt sich ein Frauenroman mit historischen Elementen und okkulten Motiven. Denn es geht in „Das Hexenbuch von Salem“ weniger um die Ergründung der damaligen Vorkommnisse, sondern vielmehr um die Frage, ob es nun tatsächlich Hexen gibt oder nicht. Dabei vermischt die Autorin das Wissen von „weisen Frauen“ mit okkulten Praktiken, wie beispielsweise rostigen Nägeln, die in Urin getaucht etwas über das Schicksal der jeweiligen Person aussagen sollen. Man kann einfach nicht anders, als sich irgendwann verwirrt zu fragen, ob Howe denn tatsächlich an Zaubersprüche und Bannflüche glaubt. Die historischen Fakten treten dabei weit in den Hintergrund und wichtige Fragen wie beispielsweise die Motive der jungen Mädchen, die damals in Salem in einer Art von Wahn zahllose Frauen der Hexerei beschuldigt haben, werden gar nicht oder nur unbefriedigend geklärt.
Vermischt wird dieses Durcheinander mit einer romantischen Liebesgeschichte und einem Kriminalfall – was das Ganze nicht gerade besser macht. Howe bedient hier so ziemlich jedes Klischee, von der verrückten Mutter mit heilenden Fähigkeiten, über den gut aussehenden und edlen Retter bis zum leicht wunderlichen Professor. Kein Wunder also, dass dem Leser schon nach fünfzig Seiten klar ist, wer hier der Bösewicht ist – dass die Heldin diese Erkenntnis erst zehn Seiten vor Schluss bekommt, verwundert dann eigentlich kaum noch. Alles in allem ist „Das Hexenbuch von Salem“ ein eher belangloser Roman mit fast schon stereotypen Charakteren, der streckenweise ganz unterhaltsam ist, am Ende dann aber doch wenig überzeugen kann.

