Dunkel wie die Flut

Between the Tides

Dunkel wie die Flut

Autor Patti Calahan Henry Genre Roman
Verlag Lübbe
ISBN 978-3-7857-2364-7
Übersetzung Sabine Schulte Erscheinungsdatum (D) Juli 2009   
Erschienen 2007  Seiten 301

Inhalt

Als Catherines geliebter Vater stirbt, muss sie sich aufmachen, seinen letzten Wunsch zu erfüllen. In ihrem Heimatort Seaboro soll sie seine Asche über dem Fluss verstreuen. Als Catherine zwölf war, verließ sie mit ihren Eltern Seaboro – schuld daran war ihrer Meinung nach eine fürchterliche Katastrophe, für die sie sich bis heute verantwortlich fühlt. Damals, an einem unbeschwerten Sommertag, endete Catherines Kindheit. Es war der Tag, an dem der zweijährige Sam im Seaboro River ertrank, der Tag, an dem sich Catherines Angst in tiefe Trauer verwandelte.

Bis heute kann sich die jetzt 30jährige Frau nicht verzeihen, was damals geschehen ist, bis heute trägt sie diese Trauer in sich und bis heute hat sie mit niemandem über dieses Drama ihrer Kindheit gesprochen. Nun ist Catherine gezwungen, an den Ort des Geschehens zurückzukehren und sich ihren Erinnerungen zu stellen. Doch diese Konfrontation mit der Vergangenheit hält für sie nicht nur Schmerz und Kummer bereit. Catherine stößt auf ein Geheimnis, das ihre Sicht der damaligen Geschehnisse völlig verändert.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 4 von 5 Bs „Dunkel wie die Flut“ ist einer jener Romane, der für jeden seiner Leser eine ganz individuelle Botschaft bereithält. Für die einen wird es um Schuld, Reue und Sühne gehen, für andere um Verzeihen und wieder andere werden einfach nur einen wunderschönen Liebesroman lesen. Dieses Buch berührt dort, wo der Leser sich gerade angesprochen fühlt – und das können ganz unterschiedliche Themen sein. Aber eines ist ganz sicher: Dieser Roman fesselt zutiefst und hält mit Sicherheit für jeden einen ganz besonderen Moment der Rührung bereit.

Patti Callahan Henry besitzt die Gabe, poetische Stimmungen einzufangen und so ihre Leser auf einzigartige Art und Weise zu verzaubern. Schade nur, dass die Übersetzung nicht in allen Bereichen vollkommen gelungen wirkt. Wenn Buchtitel von „Der geheime Garten“ in „Der heimliche Garten“ umbenannt werden oder von „Der Chronik von Narnia“ statt „Die Chroniken von Narnia“ die Rede ist, wirkt das nicht sonderlich seriös. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Worte der Autorin nicht durch eine schlechte Übersetzung verfremdet wurden. Doch das tut dem Zauber dieses Buches dennoch keinen Abbruch. Hier geht es um für uns so wichtige Werte wie Aufrichtigkeit, Treue, Integrität und bedingungslose Liebe. Catherine ist eine Hauptfigur, die durch ihre Authentizität restlos überzeugt. All die Schuld, die Trauer, die negativen Gefühle, die auf ihr lasten, kann man so gut nachvollziehen, und doch wünscht man ihr in jeder Sekunde, dass es ihr gelingen möge, sich von dieser schweren Last zu befreien. Das dunkle Geheimnis, das in allem mitschwingt, fesselt bis zum Ende und macht „Dunkel wie die Flut“ zu einer Lektüre mit Suchtpotential.

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