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Kommende Buchkritiken
Erbarmen
Kvinden i buret
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Autor
Jussi Adler-Olsen
Genre Thriller
Verlag dtv premium ISBN 978-3-423-24751-1 Übersetzung Hannes Thiess Erscheinungsdatum (D) Oktober 2009 Erschienen 2008 Seiten 420 |
Inhalt
Carl Morck ist Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q in Kopenhagen. Diese neue Stelle hat er den widrigen Umständen seines letzten Falls zu verdanken und der Tatsache, dass seine Vorgesetzten ihn am liebsten aus dem Weg hätten – und ihn deshalb in den Keller des Polizeireviers verbannen. Ihm zur Seite gestellt ist der Syrer Hafez el-Assad, der als sein Assistent fungiert. Schon der erste Fall, in dem die beiden ermitteln, erweist sich als äußerst brisant. Es geht dabei um Merete Lynggaard, die stellvertretende Vorsitzende der Demokratischen Partei Dänemarks. Seit fünf Jahren ist Merete spurlos verschwunden, es gibt keinerlei Hinweise auf ihren Verbleib. Als Morck und Hafez die alten Ermittlungsakten durchgehen, stoßen sie auf einige Ungereimtheiten und Ermittlungsfehler. Die beiden Ermittler ahnen, dass dieser Fall noch lange nicht abgeschlossen ist – und tatsächlich lebt Merete noch. Eingesperrt in einem engen Raum quält sie die eine Frage: Womit hat sie dieses Martyrium verdient? Und vor allem: Wird sie überleben?
Buchkritik von Stefanie Rufle
Ein Albtraum, wie er grausamer nicht sein könnte. Eine junge Frau wird entführt, wacht in einem kargen Raum wieder auf und erfährt nicht, was die Entführer mit ihr vorhaben. Abgeschottet vom normalen Leben fristet sie ein Dasein, das so unmenschlich und entwürdigend ist, dass sie daran zerbrechen könnte. Doch das tut sie nicht – und hier tut sich für den Leser die Frage auf, wie ein Mensch eine so grausame Behandlung nahezu unbeschadet überstehen kann. Doch wenn wir uns Geschichten wie "Papillon" anschauen sehen wir, dass es tatsächlich immer wieder Opfer von Isolation gibt, die Mechanismen entwickeln, um zu verhindern, dass sie ihren Verstand verlieren. Ein solcher Mensch scheint Merete zu sein und dem Autor gelingt es eindrücklich, dem Leser trotzdem eine tiefe Beklemmung angesichts der Qualen des Opfers zu vermitteln.
Jussi Adler-Olsen präsentiert mit „Erbarmen“ einen wirklich spannenden Thriller mit zwei durch und durch sympathischen Ermittlern – und auch wenn man schon in der ersten Hälfte des Buches zu ahnen beginnt, wer die Täter und was ihre Motive sein könnten, tut das der Spannung nur bedingt Abbruch. Während die Ermittler noch im Trüben fischen und das Opfer über die Gründe für seine Entführung grübelt, ist der Leser schon einen ganzen Schritt weiter, was durchaus seinen Reiz hat. Die Idee zu „Erbarmen“ ist wirklich perfide und auch der Aufbau des Plots lässt wenig Wünsche offen. Vor allem mit seinem herrlich menschlichen Ermittler und dessen köstlichen Assistenten kann Adler-Olsen punkten und es bleibt zu hoffen, dass dies nicht der letzte Fall von Carl Morck und Hafez el-Assad gewesen ist.
Wissenswertes
Das Sonderdezernat Q ermittelt in folgenden Fällen:
Erbarmen
Schändung
Erlösung
Interview mit Jussi Adler-Olsen zu "Erbarmen".
