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Kommende Buchkritiken
Meine spirituelle Autobiographie
Mon autobiographie spirituelle
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Autor
Dalai Lama
Genre Biographie
Verlag Diogenes ISBN 978-3-257-06736-1 Übersetzung Inge Stadler Erscheinungsdatum (D) August 2009 Erschienen 2009 Seiten 320 |
Inhalt
Der vierzehnte Dalai Lama wuchs als Sohn einer Bauernfamilie in einfachen Verhältnissen auf. Er wurde 1935 in Osttibet geboren und mit fünf Jahren als geistliches und weltliches Oberhaupt der Tibeter eingesetzt. Er erzählt in diesem Buch von seiner Kindheit, von den Spielen, die er geliebt hat und wie er als Nachfolger des dreizehnten Dalai Lama entdeckt wurde. Er berichtet von den Prüfungen, die ihm die Delegation zur Auffindung des Dalai Lama stellte und die er allesamt bestand. Fast zwanzig Jahre lang regierte er in Lhasa als spirituelles Oberhaupt Tibets, bis ihn die Annexion Tibets durch China 1959 zwang, ins Exil zu gehen.
Der Dalai Lama macht deutlich, welche drei Aufgaben er sich für sein Leben gestellt hat – als Mensch, als buddhistischer Mönch und als Dalai Lama. Diese Aufgaben bringt er in Zusammenhang mit dem Zustand unserer Erde und dem Schicksal Tibets. Über allem steht sein großer Wunsch, die Menschen mögen in Frieden zusammenleben.
Buchkritik von Stefanie Rufle
In „Meine spirituelle Autobiographie“ gibt der vierzehnte Dalai Lama, in Zusammenarbeit mit Sofia Stril-Rever, Einblicke in seine Kindheit und die Ereignisse, die ihn zum geistlichen und weltlichen Oberhaupt der Tibeter machten. Dem Leser wird deutlich, wie eng das tibetische Volk mit dem Buddhismus und seinen Ritualen verbunden ist. Unwillkürlich entsteht eine große Bewunderung und Achtung vor dieser Kultur, der Menschlichkeit und Mitgefühl die obersten Gebote sind. Der Dalai Lama lässt nie einen Zweifel daran, dass er auch im Exil mit seinem Volk leidet, dass sein ganzes Streben darauf ausgerichtet ist, die Unabhängigkeit Tibets von China zu erreichen. Unwillkürlich muss man sich immer wieder fragen, warum er, trotz des breiten Mitgefühls vieler Nationen, so wenig Unterstützung von den Ländern bekommt, die an diesem Zustand tatsächlich etwas verändern könnten. In jeder seiner Reden, die in diesem Buch abgedruckt sind, macht der vierzehnte Dalai Lama deutlich, in welch großer Not sich sein Volk befindet, er spricht von einem Holocaust und erzählt von den Konzentrationslagern, in die Tibeter nur wegen ihres Glaubens gesteckt werden. Er berichtet von der großen Tragödie eines friedliebenden Volkes, die nun schon so lange andauert – und doch sind seine Worte durchdrungen von Güte und Mitgefühl, nach Hass sucht man hier vergebens.
Drei wichtige menschliche Werte sind es, von denen „Meine spirituelle Autobiographie“ beseelt ist: die Förderung der menschlichen Werte, der Dialog der Religionen und die tibetische Sache. Unermüdlich tritt der Dalai Lama für sein Anliegen ein und hört nicht auf, die Verantwortung für sein Volk zu tragen. Dieses Buch wird sicherlich dazu beitragen, das Mitgefühl von Menschen zu wecken, die nicht bereit sind, die Augen vor der immer noch herrschenden Gewalt und Brutalität zu verschließen, der das Volk Tibets schon so lange ausgesetzt ist.
Wissenswertes
Die Herausgeberin, Sofia Stril-Rever ist Indologin und Dolmetscherin des Dalai Lama und wurde in Dharamsala, an der Exilresidenz des Dalai Lama, in buddhistischen Praktiken unterwiesen.
