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Kommende Buchkritiken
Der Sieger bleibt allein
O vencedor está só
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Autor
Paulo Coelho
Genre Roman
Verlag Diogenes ISBN 978-3-257-06719-4 Übersetzung Maralde Meyer-Minnemann Erscheinungsdatum (D) Oktober 2009 Erschienen 2008 Seiten 448 |
Inhalt
Das Filmfestival in Cannes. Hier trifft sich alles, was Rang und Namen hat. Wer es auf den roten Teppich schafft, gehört zu den ganz Großen und Wichtigen. Dabei geht es um Ruhm, Schönheit, Macht und natürlich um Geld. Auf diesem modernen Jahrmarkt der Eitelkeiten treffen einige Menschen aufeinander, deren Leben sich mehr oder weniger dramatisch verändern wird.
Igor ist ein russischer Millionär, der nicht verkraften kann, dass seine schöne Frau Ewa ihn so einfach wegen eines anderen Mannes verlassen hat. Dieser andere Mann ist der Modezar Hamid, der es aus ärmlichen Verhältnissen in die oberste Riege der Haute Couture geschafft hat. Die amerikanische Schauspielerin Gabriella hofft trotz der Tatsache, dass sie nicht mehr blutjung ist, endlich eine Hauptrolle zu bekommen. Das wunderschöne Modell Jasmine steht kurz vor dem Durchbruch zum Megastar und soll einen Vertrag mit Hamid unterzeichnen. Und dann ist da noch der ehrgeizige Polizist Savoy, der in einem mysteriösen Mordfall seine Chance wittert, endlich beweisen zu können, dass er eine Beförderung verdient hat.
Auf schicksalhafte Art verbinden sich die Wünsche, Träume, Hoffnungen und Lebenspläne dieser fünf Menschen auf dem Filmfestival in Cannes für kurze Zeit miteinander – und nichts ist plötzlich mehr, wie es war.
Buchkritik von Stefanie Rufle
Dieser neue Roman Paulo Coelhos handelt in erster Linie vom Streben nach Macht, von der Hoffnung, es im Leben zu etwas zu bringen, von der leeren Hülle, die sich Ruhm nennt. Anschaulich zeigt der Autor auf, wohin es führt, wenn wir nur noch auf Äußerlichkeiten achten, wenn wir nur damit beschäftigt sind, die Stufen der Leiter zum Ruhm zu erklettern oder verzweifelt versuchen, unsere ach so bedeutende Stellung nicht wieder zu verlieren. Die Werte, die in dieser Welt zählen heißen Geld, Macht, Ruhm und Schönheit. Wie hoch der Preis für dieses Leben in Luxus und Berühmtheit ist, zeigt Coelho an den Schicksalen seiner fünf Protagonisten auf. Hier blickt der Leser in die Abgründe der menschlichen Seele, Attribute wie Mitgefühl, Empathie und innere Reife sind völlig unwichtig, weil nicht erwünscht.
Doch Paulo Coelho wäre nicht, wer er ist, würde er seine Leser nicht dazu anregen, nach den wirklichen Werten hinter all dem Lug und Trug zu suchen. Denn hier geht es nicht nur um die Suche nach einem irrwitzigen Mörder, sondern in erster Linie um die Suche nach dem, was wirklich zählt im Leben. Dieses schonungslose Porträt der Mode- und Filmwelt zeigt uns, wie schnell wir auf Abwege gelangen können, die das wirklich Wesentlich im Leben vergessen lassen. „Der Sieger bleibt allein“ ist erneut ein Sinnsucher-Buch, ein Roman, der hinter der Scheinwelt das wirklich wichtige für die Menschen herauszukristallisieren versucht. Doch trotz der wichtigen Botschaft dieses Buchs wird man von „Der Sieger bleibt allein“ nicht so gänzlich berührt, wie man das aus früheren Romanen Coelhos kennt. Obwohl hier eine spannende und wirklich gute Geschichte erzählt wird, will der Funke nicht so richtig überspringen.
