Die Kastratin

Die Kastratin

Autor Iny Lorentz Genre Historischer Roman
Verlag Weltbild
ISBN 9-783-89897-919-1
Erscheinungsdatum (D) 2003   
Erschienen 2003  Seiten 543

Inhalt

Guilia Fassi ist die Tochter eines Kapellmeisters zur Zeit der Renaissance in Italien. Sie hat eine große Leidenschaft: das Singen. Guilia wünscht sich nichts sehnlicher, als im Kastratenchor ihres Vaters zu singen. Doch leider ist es den Frauen dieser Zeit nicht gestattet, ihre Stimme im Gottesdienst zu erheben und auch ihre Mutter scheint die 11jährige mit mehr Arbeit zu überhäufen, als die Kleine tragen kann, um sie damit vom Singen abzuhalten. Trotzdem gelingt es Guilia oft, sich davonzustehlen und heimlich den Proben zu lauschen.
Als ausgerechnet zum Zeitpunkt eines großen Kirchenfestes mit hohem Besuch der Solist Ludovicos in den Stimmbruch gerät, bleibt dem leitenden Pater und Guilias Vater nur die Möglichkeit, sich ihre Gabe zu Nutze zu machen: Sie verkleiden das Mädchen als Chorknaben und lassen es singen. Als die Messe dann auch noch ein riesengroßer Erfolg wird und alle nach der bezaubernden Stimme fragen, beginnt für Guilia ein langes Versteckspiel durch ganz Italien…

Buchkritik von Cindy Lambelet

Cindy vergibt 5 von 5 Bs Autorin Iny Lorenz versucht in diesem Roman das Schicksal der Frauen mal anders zu beschreiben. Es ist nicht immer dunkel und schlecht, aber oft mit vielen Hindernissen gespickt, so dass Frauen sich schon etwas einfallen lassen müssen, um im Leben ihren Mann stehen zu können. Guilias Gabe ist Paradies und Hölle gleichzeitig. Fesselnd beschreibt die Autorin die Gesangsstimme der Hauptfigur und lässt den Leser damit Teil des Publikums bei den Konzerten werden. Doch genauso leidet er mit der Hauptfigur mit, die ständig auf der Flucht vor ihrer Entdeckung ist und viele peinliche Situationen erlebt, aus denen sie sich geschickt herauswinden muss.

Doch nicht nur das eine Schicksal wird dem Leser vor Augen geführt. In diesem Roman lernt er viel über die geografischen Begebenheiten Italiens zu dieser Zeit, die unterschiedlichen Sprachen und Manieren der verschiedenen Gesellschaftsschichten. Farbenfroh beschreibt die Autorin kulturell wichtige Gebäude.

Kurz: Ein Frauenschicksal so facettenreich beschreiben zu können, dass der Leser mit der Hauptfigur mitwachsen kann, ist für den ersten historischen Roman eine unglaubliche Leistung und macht Lust auf mehr.

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