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Kommende Buchkritiken
Die linke Hand
The Good Thief
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Autor
Hannah Tinti
Genre Roman
Verlag Luchterhand ISBN 978-3-630-87165-3 Übersetzung Irene Rumler Erscheinungsdatum (D) März 2009 Erschienen 2008 Seiten 320 |
Inhalt
New England im 19. Jahrhundert: Ren ist ein Waisenjunge und lebt in einem Heim, das Franziskanermönche betreiben. Seit er denken kann, fehlt ihm seine linke Hand. Das Heim ist voller elternloser Jungen - jedes Mal, wenn ein Fremder auftaucht, hoffen sie, mitgenommen zu werden und endlich eine richtige Familie zu bekommen. Als eines Tages Benjamin Nab erscheint und Ren auswählt, kann es der Junge kaum fassen. Er darf das Heim verlassen und wird nun endlich ein richtiges Zuhause bekommen. Doch als er sich mit dem Fremden auf den Weg macht, erscheint ihm seine Zukunft plötzlich düster. Selbst ohne viel Besitz, führt Benjamin Nab ihn in eine Welt voller Gauner, in der jeder sich selbst der Nächste ist...
Buchkritik von Karolin Kullmann
„Die linke Hand“ ist Hannah Tintis Erstlingswerk und erzählt eine rührende Geschichte, die fast schon märchenhaft erscheint. Im Amerika des 19. Jahrhunderts war es nicht leicht, sich zu behaupten. Viele Menschen wanderten aus in die „Neue Welt“, versuchten ihr Glück - und scheiterten. Die Stimmung der Ausgestoßenen fängt die Autorin hier wirklichkeitsnah ein und zeichnet das Bild einer Gesellschaft, die experimentierfreudig und geldhungrig ist.
Mitten in dieser Welt steht Ren, der unschuldig in immer ärmlichere Verhältnisse gerät und sich auf der Suche nach seinen Eltern befindet. Glaubt man zu Anfang, das Leben bei den Mönchen sei das Schlimmste, was ihm widerfahren konnte, sehnt man sich im Laufe der Geschichte gemeinsam mit Ren bald zurück nach dem wohlbehüteten Alltag im Waisenhaus. Das Schicksal des Jungen berührt zutiefst, lässt Mitgefühl aufsteigen und den Leser kummervoll seinen Lebensweg verfolgen. Dabei scheinen die Orte, an die Ren gelangt, immer sagenhafter, verströmen einen Hauch von Magie. Eine Fabrik für Mausefallen ist hier genauso geheimnisvoll wie der eigenartige Zwerg, der auf dem Dach eines Hauses lebt. Auch wenn einige Passagen langatmig sind, gerät man doch immer tiefer in den Sog von „Die linke Hand“ hinein und forscht gemeinsam mit dem Protagonisten neugierig nach einer Spur seiner Eltern.
Hannah Tintis Roman ist ein gelungenes Debüt, das die Suche eines Jungen gekonnt mit einem zauberhaften Hauch verbindet.
