Klippen

Falaises

Klippen

Autor Olivier Adam Genre Roman
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-25245-4
Übersetzung Carina von Enzenberg Erscheinungsdatum (D) 2008   
Erschienen 2005  Seiten 240

Inhalt

Sein ganzes Leben ist nur von der Erinnerung an den Tod seiner Mutter bestimmt: Ein junger Schriftsteller besucht mit seiner Frau Claire und der gemeinsamen Tochter Chloé die Felsklippen von Étretat. Von diesen Klippen stürzte sich seine Mutter in den Tod, als er noch ein kleiner Junge war. Bruchstückhaft erinnert er sich an die Zeit davor – die abgrundtiefe Traurigkeit der Mutter, ihre Lethargie und den Drang zur Selbstzerstörung. Dann war da ihr Aufenthalt in einem Sanatorium und der Tag, an dem ihr Mann und ihre beiden Söhne sie wieder nach Hause holten – der Tag ihres Todes.

Über den Selbstmord der Mutter wurde danach nie gesprochen, die beiden Söhne mussten auf ihre jeweils eigene Art damit fertig werden. An den Vater erinnert er sich nur als einen jähzornigen, brutalen Mann, dem seine beiden Söhne nur eine Last zu sein schienen. Sowohl ihn als auch seinen geliebten Bruder verlor er irgendwann aus den Augen und nur die Liebe zu Claire und Chloé hindert ihn daran, selbst in einem Sumpf aus Schuld, Trauer und Selbsthass zu versinken.

Buchkritik von Stefanie Rufle

Stefanie vergibt 5 von 5 Bs „Klippen“ ist ein wunderbares und berührendes Buch, das einen von der ersten Seite an in einen eigenartigen Bann zieht. Hier wird eine tragische und zutiefst traurige Geschichte aus der Sicht eines verstörten und einsamen Kindes erzählt. Diese Erzählperspektive ist es, die auf den Leser eine besondere Faszination ausübt, denn durch die Augen des Kindes sieht er pure Einsamkeit, Angst und Hilflosigkeit.

Dass dieser Roman starke autobiographische Züge hat, ist kaum zu übersehen, denn Adam schildert die Geschehnisse derart authentisch und überzeugend, dass man nicht umhin kann zu glauben, dass er etwas ähnliches selber erlebt haben muss. Dabei wird er aber nie pathetisch oder buhlt gar um Mitleid – seine Sprache ist klar und schnörkellos, ja, fast schon karg. Dennoch sind seine Worte derart kraftvoll und manchmal beinahe poetisch, dass das Lesen hier zu einem besonderen Genuss wird. „Klippen“ erzählt die unendlich traurige Geschichte eines kleinen Jungen, der ohne Liebe groß werden muss und dennoch zu einem Mann heranreift, der in der Lage ist, anderen mit seiner Zuneigung Wärme und Geborgenheit zu geben. Dieses Buch berührt, macht traurig und vermittelt dennoch ein Gefühl von großer Zuversicht.

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