Adan und Eva - Eine Begegnung mit dem Islam

Autor: Ayaan Hirsi Ali
Genre: Roman
Verlag: Piper
ISBN: 3-492-05279-7
Erscheinungsdatum (D) März 2009 Erschienen 2007
Seiten 159
Übersetzung Anne Emmert

Adan und Eva - Eine Begegnung mit dem Islam Adan & Eva

Inhalt

Eva ist Jüdin und kommt aus gutem Elternhaus. Adan ist Muslim und lebt in dem Amsterdamer Randbezirk Slotermeer. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft gehen sie zusammen in eine Klasse und trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft freunden sich sich miteinander an. Zu Beginn ist den beiden Kindern nicht klar, aus welch unterschiedlichen Kulturen sie stammen. Erst als ihre Freundschaft enger wird und sie sich gegenseitig auch zu Hause besuchen, bekommen sie einen Einblick in das Leben des jeweils anderen. Eva ist entsetzt, wird in Adans Familie doch nach strengen Regeln gelebt. Die Frauen tragen Kopftücher und sind den Männern untergeordnet. In der Koranschule werden die Schüler sogar mit Stockhieben bestraft und Adans Schwestern sollen bald zwangsverheiratet werden. Als Adan zum ersten Mal bei Eva ist, erleidet auch er einen Schock. Er hat Angst vor den Juden, trinken diese laut seinem Vater doch angeblich das Blut von Muslimen. Während Adan und Eva die Vorurteile gegenüber der ihnen fremden Kultur jedoch beseitigen können, gelingt dies den Eltern der beiden nicht. Eva wird von ihrer Steifmutter als missratene Tochter angesehen und auf ein Internat in die Schweiz geschickt, während Adan von seinem Vater zu einem strengen Koranlehrer abgeschoben wird.

Buchkritik von Kathrin  Lang

„Adan und Eva - Eine Begegnung mit dem Islam“ ist nicht das erste Buch der radikalen Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali. Ihre Autobiografie „Mein Leben, meine Freiheit“ und die Streitschrift „Ich klage an“ wurden beide Weltbestseller. Umso höher sind die Erwartungen gegenüber ihrem neuen Roman, der erneut einen kritischen Blick auf den Umgang mit Religion und Vorurteilen wirft. Leider ist der erste Eindruck von „Adan und Eva - Eine Begegnung mit dem Islam“ aber eher enttäuschend. Die Geschichte wird kompakt erzählt und spart unnötige Passagen gänzlich aus, erzielt dabei allerdings nicht die erhoffte Wirkung. Am Ende der Geschichte steht zwar, das lässt sich nicht verleugnen, eine eindeutige und sehr direkte Botschaft, doch ist der Weg dorthin sehr einfach gestrickt. Da ist von Zwangshochzeit die Rede, von Alkoholverbot und davon, dass im Nahen Osten ein unerbittlicher Krieg zwischen Arabern und Israelis wütet – doch was steckt genau dahinter? Von welchen Vorstellungen und Beweggründen wird ein Muslim gleitet? Das sind Fragen, auf die „Adan und Eva - Eine Begegnung mit dem Islam“ keinerlei Antworten liefert. Viel mehr scheint es hier darum zu gehen, die Vorurteile aufzuzeigen und sie gegebenenfalls zu revidieren - keinesfalls aber um eine tiefer gehende Erläuterung. Das ist schade und eröffnet einem Leser, der mit dem Islam schon ein wenig vertraut ist, keine neuen Erkenntnisse. Viel mehr wirken Ayaan Hirsi Alis Zeilen dann banal und tendenziell eher langweilig.

Durchaus geeignet ist „Adan und Eva - Eine Begegnung mit dem Islam“ jedoch für all diejenigen, die bislang noch keine Erfahrungen mit der fremden Religion gesammelt haben. Wer die Grundzüge eines islamischen Lebens einmal aus der Nähe betrachten will, hat mit diesem Roman genau die richtige Wahl getroffen. Bündig und zügig auf den Punkt gebracht, werden einem dann die wichtigsten Eckpfeiler vorgestellt und leicht verständlich präsentiert. Zudem spannend wird es durch die direkte Gegenüberstellung von Islam und Judentum. Welche Probleme stehen zwischen den beiden Religionen und was ist Wahres dran an den Vorurteilen, die die beiden Parteien gegen den jeweils anderen hegen?

Über ihr Dasein als Autorin sagte Ayaan Hirsi Ali einst in einem Interview: „Bücher haben mich von Vorurteilen befreit, das will ich weitergeben.“ Sicherlich wird ihr dieses Vorhaben mit „Adan und Eva - Eine Begegnung mit dem Islam“ bei vielen Lesern gelingen. Die Botschaft, die hinter dieser Geschichte steht ist eindeutig und regt zum Nachdenken an. Dennoch ist es schade, hätte dieser Roman doch durchaus Potential zu mehr gehabt. So jedoch bleibt ein enttäuschender Nachgeschmack, denn Neues konnte man den Zeilen leider nicht entnehmen.

"Ich will nicht, dass Jugendliche in einer Klasse sitzen und nicht miteinander sprechen, weil sie nichts voneinander wissen." Ayaan Hirsi Ali

BOOKSECTION • Im Grütt 1 • 79713 Bad Säckingen