Die Welfenkaiserin

Die Welfenkaiserin

Autor Martina Kempff Genre Historischer Roman
Verlag Piper
ISBN 978-3-492-25397-0
Erscheinungsdatum (D) 2008   Seiten 416

Inhalt

Als Kaiser Ludwig der Fromme nach einer neuen Gemahlin suchen lässt, machen sich viele schöne Jungfrauen zur Brautschau auf den Weg. Er entscheidet sich für die schöne Welfentochter Judith und so gibt es schnell Neider, die ihr das Glück nicht gönnen. Doch die eigenwillige Judith lässt sich davon nicht beirren. Als neue Kaiserin hält sie die Zügel in der Hand und schafft es, auch in die politischen Machtspielchen einzugreifen. Als ihr gemeinsamer Sohn Karl geboren wird, läuft jedoch alles aus dem Ruder. Während Judith versucht, für Karl ein Stück Land und einen Titel zu fordern, fühlen Ludwigs erwachsene Söhne sich nicht mehr nur von Kaiserin Judith, sondern auch von ihrem jungen Halbbruder bedroht und greifen bald schon zu allen Mitteln, um Karl vom Kaiserthron fernzuhalten...

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 4 von 5 Bs Martina Kempff hat mit „Die Welfenkaiserin“ einen historischen Roman geschaffen, der mit gut recherchierten Fakten aufwarten kann und dazu eine interessante Geschichte erzählt. Sie entführt den Leser ins frühe Mittelalter, das oft als düster bezeichnet wird, erzählt aber so bildgewaltig, dass diese Epoche bunt zu schillern beginnt.
Eine Mutter, die darum kämpft, dass ihr Sohn seinen Teil des Erbes erhält – Martina Kempff gelingt es, diese Geschichte eingängig zu erzählen und zu polarisieren. Von der ersten Seite an steht man als Leser hinter der starken Protagonistin Judith, lässt sich von ihrem Durchsetzungsvermögen mitreißen und hegt eine ausgeprägte Sympathie für die junge Mutter, die sich schnell zwischen den Fronten wieder findet. Gespannt verfolgt man die Machtkämpfe, die zwischen den Familienmitgliedern toben, nimmt Seitenwechsel zur Kenntnis und wird hineingezogen in das Wirrwarr aus politischen Finten und Tricks. So bietet der Roman viel Abwechslung, ohne die geschichtlichen Fakten außer Acht zu lassen oder zu weit in den Hintergrund zu rücken. Einzig fehl am Platze wirkt das Übernatürliche, das an einigen Stellen zu Tage tritt, irritiert es doch, wenn in einem historischen Roman ein Ring mit Zauberkräften am Werke ist.
„Die Welfenkaiserin“ besticht durch geschickt gestreutes Faktenwissen und hebt sich gerade dadurch ab, dass die weibliche Protagonistin nicht von Klischees umgeben wird, die in vielen anderen Historienromanen zu finden sind.

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