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Kommende Buchkritiken
Einmal im Leben
Unaccustomed Earth
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Autor
Jhumpa Lahiri
Genre Roman
Verlag Rowohlt ISBN 978-3-498-03929-5 Übersetzung Gertraude Krueger Erscheinungsdatum (D) 2008 Erschienen 2008 Seiten 175 |
Inhalt
Hemas und Kaushiks Eltern stammen aus Bengalen und sind schon seit Jahren befreundet. Als Kaushik mit seiner Familie nach Massachusetts kommt, lebt er für eine Weile im Haus von Hemas Eltern. Die dreizehnjährige Hema verliebt sich heimlich in den Sechzehnjährigen, doch Kaushik kann wenig mit Hema anfangen. Er muss sich damit auseinandersetzen, dass seine Mutter, die Brustkrebs hat, wohl bald sterben wird. So himmelt Hema ihn still und leise an. Als Kaushiks Eltern ein Haus finden, verlieren die beiden Jugendlichen einander wieder aus den Augen.
Beinahe zwanzig Jahre später treffen die beiden sich in Rom wieder. Hema, die zehn Jahre lang die Geliebte eines verheirateten Mannes war, wird bald eine Vernunftehe in Kalkutta eingehen. Kaushik war erfolgreicher Fotojournalist in den Krisengebieten der Erde und will nun eine sichere Stelle in Hongkong annehmen. Diese beiden Heimatlosen beginnen in der Ewigen Stadt eine ebenso leidenschaftliche wie hoffnungslose Affäre, von der beide wissen, dass sie nur zu schnell wieder ein Ende haben wird.
Buchkritik von Stefanie Rufle
„Eine Liebesgeschichte“ ist der Untertitel dieses Buches – und das ist „Einmal im Leben“ im positivsten Sinn. Bar jeden Kitsches erzählt die Pulitzerpreisträgerin Jhumpa Lahiri die Geschichte zweier Menschen, die die Chance zur Liebe erst spät ergreifen und nicht sehen, wie kostbar dieses Geschenk ist. Schicksalhafte Ereignisse führen zu der Begegnung in Rom, die so völlig unprätentiös geschildert wird. Die Liebe zeigt sich hier nicht in großen Worten oder übertriebenen Gesten, sondern in den kleinen, unspektakulären Dingen, die gerade deshalb so sehr berühren. Kraftvoll und direkt erzählt Lahiri eine wunderschöne Liebesgeschichte, die bittersüß und doch so hoffnungsvoll ist. Mit großem Gespür für feine Nuancen und Details entfaltet die Autorin das Schicksal zweier Menschen, die der Leser ein kurzes Stück ihres Weges begleiten darf.
Mit sparsamen Worten und dem Verzicht auf jegliche Klischees fesselt Lahiri ihre Leser von der ersten Seite an. Dabei wechselt sie von der Sicht Hemas zu der Kaushiks und lässt die Begegnung der beiden in Rom von einer dritten Person erzählen. So bekommt der Leser ein beinahe neutrales Bild der Ereignisse und fühlt sich als stiller Beobachter, der mehr von den Protagonisten weiß, als diese das je voneinander tun werden. Am Ende schlägt man diesen wunderbaren Roman zu und fühlt sich unendlich berührt und durchdrungen von dem, was zwei Menschen für so kurze Zeit miteinander teilen durften.
