Der seltsame Fall des Benjamin Button

Autor: F. Scott Fitzgerald
Genre: Erzählung
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-23659-0
Erscheinungsdatum (D) 2008 Erschienen 1922
Seiten 71
Übersetzung Christa Schuenke

Der seltsame Fall des Benjamin Button The Curious Case of Benjamin Button

Inhalt

Die jungen Eheleute Mr. und Mrs. Roger Button erwarten ihr erstes Kind. Als es dann endlich soweit ist und der kleine Benjamin geboren wird, wird das lang ersehnte Ereignis für Mr. Button zum Albtraum. Denn nicht etwa ein süßes, wonniges Baby ist es, das er als Stammhalter begrüßen darf, sondern vielmehr ein alter Mann mit langem Bart. Dem kleinen Benjamin steht ein schweres Schicksal bevor: Er altert rückwärts und wird mit jedem Tag seines Lebens jünger. Immer bleibt er dadurch der Außenseiter, darf nicht studieren, wie seine Altersgenossen und ist dennoch fest entschlossen, seinen Weg zu gehen.

Als er die zwanzigjährige Hildegarde kennen lernt, sieht Benjamin aus wie ein Fünfzigjähriger, was die junge Frau aber nicht davon abhält, sich in ihn zu verlieben. Doch dann wendet sich das Blatt, Hildegarde wird allmählich zu einer reifen, älteren Frau, wohingegen Benjamin immer jugendlicher anzuschauen ist – und nun beginnt er, sich für seine Ehefrau zu schämen…

Buchkritik von Stefanie  Rufle

„Der seltsame Fall des Benjamin Button“ ist die amüsante und gleichzeitig tieftraurige Kurzgeschichte des großen amerikanischen Autors F. Scott Fitzgerald. Wer zu Beginn, als geschildert wird, wie der Vater erstmals auf seinen greisen Sohn trifft, noch ernst bleiben kann, dem fehlt es wirklich an jeglichem Humor! Hier darf herzhaft gelacht werden, so virtuos und grotesk sind Fitzgeralds Schilderungen der Ereignisse.

Es sind vor allem der feine Humor und Sprachwitz, die diese Erzählung auszeichnen. Hier wird eine Geschichte erzählt, die völlig absurd ist und doch eine tiefe Wahrheit in sich trägt: Der Mensch ist immer so gut oder so schlecht, wie seine Mitmenschen ihn sehen. Je mehr er dem Bild entspricht, was gemeinhin als üblich gilt, desto eher wird er akzeptiert. Genauso erging es auch Benjamin Button. Als Mann in den besten Jahren, dem es gelingt, eine blutjunge Frau für sich zu gewinnen, wurde er fast schon als Held verehrt. Vergessen waren da die Zeiten, als er von seiner Umgebung wie eine Missgeburt behandelt wurde.

Die zweite tiefe Wahrheit, die in „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ schlummert, ist eine ganz einfache: Der Mensch wird geboren, wächst auf, lebt sein Leben, wird alt und stirbt irgendwann. An dieser Tatsache können wir rein gar nichts verändern. Am Ende sind wir hilflos und schutzbedürftig – genau wie zu Beginn unseres Lebens. Die Tragik des Benjamin Button ist lediglich die, dass seine Entwicklung in entgegen gesetzter Richtung vonstatten geht. F. Scott Fitzgerald beweist mit dieser Erzählung einmal mehr, dass er einer der ganz großen Autoren ist, dessen Name die Jahrhunderte überdauern wird.

Die Geschichte erschien erstmals 1922 in "The Saturday Evening Post". Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um eine Neuübersetzung.

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