Und nach der Vorlesung ins Bordell

Und nach der Vorlesung ins Bordell

Autor Alexandra Aden Genre Erlebnisbericht
Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN 978-3-89602-8570
Erscheinungsdatum (D) Oktober 2008   
Erschienen 2008  Seiten 253

Inhalt

Alexandra hatte keine glückliche Kindheit. Von ihren Eltern fühlte sie sich ein Leben lang abgewiesen und unerwünscht. Schon in jungen Jahren ist sie daher auf sich alleine gestellt, muss auch schon bald ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren. Auf eines will Alexandra aber dennoch nicht verzichten: Auf gute Bildung. Nach einer Ausbildung holt sie das Abitur nach und schreibt sich an der Universität für Kunstgeschichte ein. Zu dieser Zeit hat sie noch einen festen Freund, der ihr bei der Deckung der laufenden Kosten hilft. Dann verlässt er sie jedoch und Alexandra muss ihr Leben selbst finanzieren. Schnell steht sie vor einem großen Schuldenberg, der mit einem 7-Euro-Job nicht aus der Welt zu schaffen ist. Kurz entschlossen bewirbt sie sich auf eine Stelle im Bordell. Sie wird genommen und verdient sich so, über Jahre hinweg, ihr Studium…

Buchkritik von Kathrin Lang

Kathrin vergibt 5 von 5 Bs Bildung ist Ware, die sich schon lange nicht mehr jeder leisten kann. Eine Wohnung will bezahlt, Studiengebühren wollen finanziert werden. Da reicht Bafög oftmals nicht aus und wenn dann auch noch die Eltern finanzielle Unterstützung verweigern, sieht es für viele Studenten schlecht aus. Doch das Studium aufgeben, Träume hinter sich lassen, nur weil man sich eine gute Ausbildung nicht leisten kann, kommt für viele nicht in Frage. Alexandra Aden ist eine unter zig Studenten, die schon in jungen Jahren vor einem großen Schuldenberg standen. Da Alexandra eine Aushilfsstelle mit schlechtem Stundenlohn nicht ausreichte, um alle laufenden Kosten zu decken, entschied sie sich für einen lukrativeren Job: Sie bewarb sich auf eine Stelle als Teilzeithure im Bordell – erfolgreich! Jahrelang finanzierte sie sich durch ihre sexuellen Dienstleistungen das teure Studium. Zwar wird vermutet, dass nur wenige Studentinnen einen solch extremen Weg wählen, doch spätestens seit dem Beststeller „Mein teures Studium“ von Laura D., werden immer mehr dieser Fälle bekannt. So weit ist es schon gekommen: Gute Bildung ist Ware, die teuer erarbeitet werden will - koste es was es wolle!

Schon durch diese erschreckende Erkenntnis wird der Erlebnisbericht „Und nach der Vorlesung ins Bordell“ lesenwert. Autorin Alexandra Aden gewährt uns einen ehrlichen und wohl auch realistischen Einblick in ihr Leben als Teilzeithure. Mittels der niedergeschriebenen Zeilen lässt sie die Ereignisse noch einmal Revue passieren und nimmt auf diese Reise einen Leser mit, der gespannt den einzelnen Lebensstationen der ehemaligen Teilzeithure folgt. Aden nimmt kein Blatt vor den Mund, spart keine Details aus. Eiskalt, aber aufrichtig, konfrontiert sie den Leser mit ihren Freiern und berichtet detailgenau von ihren Erfahrungen im Bordell. Das Buch wirft jedoch nicht nur einen Blick auf die Bordellbetten, sondern gibt auch spannende Hintergrundinformationen: Warum, aus welchen Beweggründen und Motivationen heraus, entschloss sich die Kunststudentin für diesen Weg? Wie ging sie mit dieser Situation um und welche neuen Probleme ergaben sich durch diesen ungewöhnlichen Nebenjob? Dies alles sind Fragen, mit denen sich die Autorin in ihrem Erlebnisbericht auseinandersetzt. Das Ergebnis ihrer Reflexion ist so erschreckend wie ehrlich: Heute ist Alexandra Aden promovierte Kunsthistorikerin in glücklicher Ehe. Der Weg war steinig und hart, hat sie aber dennoch an ihr Ziel gebracht. Das ist also ein möglicher Weg, den man einschlagen kann, um die Geldsorgen während des Studiums zu umschiffen.

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