David Copperfield

David Copperfield

Autor Charles Dickens Genre Roman
Verlag dtv
ISBN 978-3-423-13730-0
Übersetzung Gustav Meyrink Erscheinungsdatum (D) 1850   
Erschienen 1849  Seiten 1136

Inhalt

Als David Copperfield in Blunderstone geboren wird, ist sein Vater bereits sechs Monate tot. So verlebt er seine frühe Kindheit gemeinsam mit seiner sanften Mutter und dem fürsorglichen Dienstmädchen Pegotty. Doch die glückliche Zeit ist vorbei, als seine Mutter erneut heiratet. Vom Stiefvater provoziert und missverstanden wird er auf ein Internat für Jungen geschickt, das bekannt ist für brutale Zuchtmaßnahmen und wenig Verständnis gegenüber Kindern. Als der Junge nach dieser beklemmenden Schulzeit auch noch den Tod seiner Mutter verkraften muss und mit zehn Jahren zur harten Fabrikarbeit gezwungen wird, schafft er es nicht, die Herrschaft des Stiefvaters länger hinzunehmen. Ohne Geld und bekleidet nur mit den Sachen, die er am Leib trägt, flieht er zu seiner Tante Betsey – der einzigen noch lebenden Verwandten – in der Hoffnung auf ein besseres Leben...

Buchkritik von Karolin Kullmann

Karolin vergibt 5 von 5 Bs Charles Dickens „David Copperfield“ ist eines der bekanntesten Werke des Autors und seit langem zu einem Klassiker avanciert. Sogar Dickens selbst soll es als sein Lieblingskind bezeichnet haben und schnell wird auch dem Leser klar, dass dieser Roman seinen Rang in der Weltliteratur durchaus verdient hat.

Charles Dickens versteht es, den Zeitgeist des industriellen England treffend einzufangen und das Leben eines heranreifenden Jungen zu erzählen, das berührt und mitreißt. David Copperfield hat es wahrlich nicht leicht in seinen jungen Jahren und man kommt ob der eindringlichen Schilderung seiner Erlebnisse nicht umhin, das Leid mit dem Protagonisten gemeinsam zu ertragen, Ergriffenheit, Wut und Trauer mit ihm zu teilen. So begeleitet man David Copperfield auf seinem Weg und wird ihm ein guter Freund. Auch die anderen Figuren tragen wesentlich zur Handlung bei und sind tiefgründig und äußerst menschlich konstruiert. Sie besetzen keine Nebenrollen, die allein die Handlungsstränge der Hauptfigur unterstützen, sondern sind mit eigenen Sorgen und Schicksalen versehen, die Dickens Roman so opulent und reichhaltig machen. Doch der Schriftsteller setzt seine Figuren nicht einfach in das England des 19. Jahrhunderts, sondern zeigt auch gesellschaftskritische Aspekte, die ihn selbst beschäftigten. Vor allem Geisteskrankheiten und das Gefängnissystem scheinen Dickens' Denken angeregt zu haben, prangert er doch die Verhältnisse nicht nur an, sondern parodiert sie auch in seinem Werk. Selbst eigene Kindheitserlebnisse und Erfahrungen lässt er einfließen und gibt „David Copperfield“ damit autobiografische Züge. Auf diese Weise entsteht vor dem Auge des Lesers ein lebendiges Bild der industriellen Zeit, das auch durch die Originalillustrationen der Erstausgabe treffend unterstützt wird.

Das Leben des David Copperfield erfreut sich seit seiner Erscheinung großer Beliebtheit, wurde mehrere Male verfilmt und sogar als Drama aufgeführt. Damit bietet dieser Stoff immer noch viel Unterhaltungswert und kann – durch detailreiche Figuren und eine packende Handlungskonstruktion – immer wieder Literaturbegeisterte erfreuen.

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