Das große Rauschen - Die Lebenslügen der digitalen Gesellschaft

Autor: Astrid Herbold
Genre: Sachbuch
Verlag: Droemer Sachbuch
ISBN: 978-3-426-27492-7
Erscheinungsdatum (D) April 2009 Erschienen 2009
Seiten 256

Das große Rauschen - Die Lebenslügen der digitalen Gesellschaft Das große Rauschen

Inhalt

Mit der Einführung und globalen Ausbreitung des Internets hat sich unser Leben maßgeblich verändert. Dass jedoch nicht alles Gold ist was glänzt, analysiert Astrid Herbold in „Das große Rauschen“. Sie verweist auf derzeitige Zustände und wirft auch einen Blick in die Zukunft. Illusionen und Realität werden gegenübergestellt. Der direkte Vergleich hinterlässt dabei ein erschreckendes Bild unserer digitalen Gesellschaft.

Buchkritik von Kathrin  Lang

Die neue Informationstechnologie bringt uns zahlreiche Vorteile ein: Von „Immer und überall erreichbar“, bis hin zu „alle Informationen auf Anhieb bereithaben“. Die Nachteile, die mit dem Handy, der Digitalkamera oder dem Internet einhergehen, werden dabei jedoch oft und gerne übersehen. Astrid Herbold, promovierte Germanistin, deckt die „Lebenslügen der digitalen Gesellschaft“ auf und verweist eindringlich auf all die negativen Seiten der neuen Medien. Aufklärerisch und nicht selten auch einen Hauch zu reißerisch, konfrontiert sie ihren Leser mit zahlreichen Szenarien, die alle Alarmglocken läuten lassen sollen. So verweist sie auf unreflektierte Urlaube, die nur noch durch das Objektiv der Digitalkamera wahrgenommen werden oder das zunehmende Zurücktreten der Anonymität in den unendlichen Weiten des www. Grundsätzlich sind gewisse Tendenzen in diese Richtung zwar durchaus zu erkennen, doch inwiefern wir tatsächlich kurz vor der gänzlichen Eskalation stehen, lässt sich dabei stark anzweifeln. Astrid Herbolds Blick in die Zukunft erscheint genau so übertrieben, wie ihre vorhergehenden Analysen der digitalen Gesellschaft. So prophezeit sie in naher Zukunft eine radikale Umkehrung, in der das digitale Leben als „first life“ fungiert und das „second life“ nur noch die materielle Kopie dessen ist.

Alle Antimedienaktivisten werden dem reißerischen und bissigen Tonfall der Autorin sicherlich freudig verfallen. Alle anderen werden die Gefahren der neuen Medien zwar erkennen und teilweise gewiss auch verinnerlichen, anschließend aber wieder in die mediale Welt eintauchen und weiterhin an den Freuden des „großen Rauschens“ zehren. Dass stets in Maßen genossen werden sollte, war all denjenigen bestimmt schon vor „Das große Rauschen“ bewusst.

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