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Kommende Buchkritiken
Die Puppennäherin
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Autor
Isabell Pfeiffer
Genre Historischer Roman
Verlag Wunderlich ISBN 978-3-8052-0872-7 Erscheinungsdatum (D) Juli 2009 Seiten 509 |
Inhalt
Glatt im Jahre 1523: Für Barbara bedeutet es großes Glück, dass sie mit dem Hoferben Andres Breitwieser verheiratet wurde. Als unehelich geborenes Kind mit wenig Besitz hatte sie darauf kaum zu hoffen gewagt. Dennoch kann sie sich kaum freuen, zeigt Andres sich doch stur und hartherzig. Wie viel würde sie dafür geben, mit seinem jüngeren Bruder Simon verheiratet zu sein, der immer ein Lächeln auf den Lippen hat und für gute Laune sorgt. Doch dieses Geheimnis darf niemals ans Tageslicht kommen.
Als wenig später die Bauernkriege ausbrechen, findet sich Barbara mitten unter den marodierenden Scharen wieder. Während Simon längst nicht mehr auf dem Hof lebt, ist Andres Feuer und Flamme für den Aufstand gegen die Lehnsherren. Mit vielen anderen zieht er von Ort zu Ort, um weitere Anhänger zu gewinnen – und Barbara mit ihm. Doch als der übermächtige Feind zum Gegenangriff übergeht, muss Barbara fliehen und ist plötzlich allein und ohne Bleibe...
Buchkritik von Karolin Kullmann
Isabell Pfeiffer lässt die Zeit der Bauernkriege, des Aufbegehrens gegen jahrhundertelange Unterdrückung, die Ära von Martin Luther und der Reformation der Kirche wieder lebendig werden. Mit „Die Puppennäherin“ erzählt sie die Geschichte erneut und verwebt sie mit dem fiktiven Schicksal der Protagonistin Barbara.
Die Autorin schafft von Beginn an eine Atmosphäre, die der Wirklichkeit sehr nahe kommt und man spürt den Hauch von Umbruch und Unsicherheit förmlich, der die historischen Ereignisse begleitet haben muss. Hier geht es hoch her und Isabell Pfeiffer gelingt das Kunststück, die Figuren des Romans weitaus mehr sein zu lassen als bloße Stereotypen. Keine ist von Herzen gut oder abgrundtief böse, der Leser kann sich in jede Figur hineinversetzen, ihre Beweggründe verstehen und Handlungen nachvollziehen. Daraus entsteht ein spannendes Wechselspiel, das den Leser fesselt und mitreißt.
Obwohl an einigen Stellen die Spannung fehlt und der Titel des Romans wenig mit dem eigentlichen Geschehen verknüpft ist, bietet „Die Puppennäherin“ gute historische Unterhaltung und lässt eine vergangene Epoche wieder aufleben.
